Home / Innere Medizin / Pneumologie / Serie Meldepflichtige Erkrankungen in der Pneumologie, Teil 4: Diphterie & Keuchhusten

Serie Meldepflichtige Erkrankungen in der Pneumologie, Teil 4: Diphterie & Keuchhusten

Weltweit stellt Diphtherie ein ernstes gesundheitliches Problem dar, tritt aber in Österreich nur sporadisch auf. Die Erkrankungszahlen bei Keuchhusten lagen hingegen zuletzt österreichweit jährlich deutlich über 1.000. (CliniCum pneumo 4/18) 

Diphtherie

Diphtherieformen. Weiße, schmutzig graue, grüne oder auch schwarze Pseudomembranen im Nasen-Rachen- Raum sind das charakteristische Zeichen von Diphtherie der Atemwege, die nach einer Inkubationszeit von zwei bis fünf Tagen mit Halsschmerzen, Müdigkeit und erhöhter Temperatur beginnt. Die Membranen – griechisch „diphthera“ für Lederhaut – geben der Erkrankung ihren Namen. Die Erreger, grampositive keulenförmige Corynebakterien, sind oppurtunistische Keime, wobei nur toxinbildende Stämme die Diphtherie hervorrufen. Die Erkrankung kann auch die Atemwege bis in die Bronchien befallen und ist ohne sofortige Maßnahmen lebensbedrohlich. Die Form der Hautdiphtherie manifestiert sich durch schlecht heilende Ulzera, die ebenfalls von schmutzig grauen Membranen bedeckt sind. Seit den 1990er Jahren werden nicht toxigene Stämme von Corynebacterium diphtheriae auch als Ursache für schwere invasive Erkrankungen wie Endokarditis oder Fremdkörperinfektionen beschrieben.

Positive Abstriche. Laut Jahresbericht 2017 der Nationalen Referenzzentrale für Diphtherie bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden 2014 nach rund 20 diphtheriefreien Jahren zwei Fälle von Wunddiphtherie registriert. 2017 wurden sechs Proben zur Überprüfung eines Diphtherieverdachts eingesendet, vier davon waren positiv (drei Wund- und ein Nasenabstrich), wobei jedoch keines der vier Isolate Diphtherietoxin bildete. Europaweit wird das Auftreten der Diphtherie vom European Diphtheria Surveillance Network (ESDN) im Auftrag des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) überwacht. Laut aktuellster ESDN-Statistik gab es 2015 europaweit 65 Fälle, die von toxinbildenden Corynebakterien verursacht wurden, die meisten davon in Lettland. Betroffen waren v.a. Jugendliche oder junge Erwachsene ohne Impfschutz bzw. mit unbekanntem Impfstatus.

Ihre Vorteile auf medONLINE.at

  • Personalisierte Inhalte auf Ihr Profil zugeschnitten
  • DFP Fortbildung: e-Learnings, Literaturstudien & MM-Kurse
  • Aktuelle Fachartikel, State-of-the-Art-Beiträge, Kongressberichte, Experteninterviews

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos & und bleiben Sie top-informiert!

LOGIN

Login

Passwort vergessen?