Home / Innere Medizin / Onkologie / SABCS 2018: Bei triple-negativem Brustkrebs nicht mit adjuvanter Chemotherapie warten

General Session 2

SABCS 2018: Bei triple-negativem Brustkrebs nicht mit adjuvanter Chemotherapie warten

Eine am SABCS präsentierte retrospektive Analyse zeigt, dass Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs bei einem Beginn der adjuvanten Chemotherapie bis 30 Tage nach Resektion die beste Chance haben, krankheitsfrei zu bleiben.

Das Forscherteam um Erstautorin Dr. Zaida Morante vom Instituto Nacional de Enfermedades Neoplásicas in Lima, Peru, untersuchte anhand von Real-World-Daten, ob ein verzögerter Beginn der adjuvanten Chemotherapie einen Einfluss auf das krankheitsfreie oder Gesamtüberleben der Patientinnen hat.1 „Die meisten Leitlinien empfehlen, unabhängig vom Brustkrebs-Subtyp eine adjuvante Chemotherapie zwischen vier und sechs Wochen nach Resektion zu beginnen,“ so Morante. „Andere befürworten einen Chemotherapie-Beginn innerhalb von 31 Tagen nach der Operation. Der optimale Zeitpunkt war also bisher nicht bekannt.“ Aus ihrem klinischen Alltag weiß Morante, dass sich die adjuvante Chemotherapie bei Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs aus verschiedenen Gründen verzögern kann.

Rezidivrisiko bei Chemo-Start nach Tag 30 um 90 Prozent erhöht

Das Team zog für seine retrospektive Analyse die Krankenakten von 687 Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs im Stadium I-III heran, bei denen an ihrem Institut nach Resektion eine adjuvante Chemotherapie eingeleitet wurde. Auch Patientinnen, die eine Radiotherapie nach der OP erhielten, wurden eingeschlossen. Nach einer medianen Beobachtungsdauer von fast achteinhalb Jahren belief sich die Dauer von der Operation bis zur adjuvanten Chemotherapie im Median auf 41 Tage; 189 Patientinnen begannen die Behandlung bis zum Tag 30 nach der OP, 329 Patientinnen zwischen Tag 31 bis 60, weitere 115 zwischen Tag 61 bis 90, 54 begannen die Chemotherapie erst mehr als 90 Tage nach Resektion.

Morante und ihr Team beobachteten, dass jene Patientinnen, die eine adjuvante Therapie zwischen 30 und 60 Tagen nach der Operation begannen ein stark erhöhtes Risiko hatten, ein Rezidiv zu erleiden als Patientinnen, die vor Tag 30 adjuvant behandelt wurden (siehe Tabelle unten). Noch größer war das Risiko wenn die erste adjuvante Behandlung zwischen 61 und 90 Tagen nach Resektion erfolgte oder bei einer Verzögerung von mehr als 90 Tagen nach der Operation. Ähnlich verhielt es sich mit dem Mortalitätsrisiko (siehe Tabelle unten.

Conclusio

„Unsere Daten zeigen, dass ein Beginn der Chemotherapie in den ersten 30 Tagen nach der Operation prioritär ist“, so Morante. „Nach diesem Zeitpunkt fällt die Wirksamkeit der Chemotherapie stark ab.“ Eine Limitation ist laut Morante das retrospektive Design der Studie und dass es sich um die Daten einer einzigen Institution handelt.

Die Studiendaten in Kürze

Erhöhung des Rezidivirikos verglichen mit Chemotherapie bis Tag 30:

  • um 92% bei Therapiebeginn zwischen Tag 31 und 60
  • um 138% bei Therapiebeginn zwischen Tag 61 und 90
  • um 147% bei Therapiebeginn ≥ Tag 90

Erhöhung des Mortalitätsrisikos verglichen mit Chemotherapie bis Tag 30:

  • um 94% bei Therapiebeginn zwischen Tag 31 und 60
  • um 145% bei Therapiebeginn zwischen Tag 61 und 90
  • um 179% bei Therapiebeginn ≥ Tag 90

Zehnjahres-krankheitsfreies Überleben (p=0,005):

  • 81,4% bei Therapiebeginn ≤ Tag 30
  • 68,6% bei Therapiebeginn zwischen Tag 30 und 60
  • 70,8% bei Therapiebeginn zwischen Tag 61 und 90
  • 68,1% bei Therapiebeginn ≥ Tag 90

Zehnjahres-Gesamtüberleben (p=0,003):

  • 82,0% bei Therapiebeginn ≤ Tag 30
  • 67,4% bei Therapiebeginn zwischen Tag 30 und 60
  • 67,1% bei Therapiebeginn zwischen Tag 61 und 90
  • 65,1% bei Therapiebeginn ≥ Tag 90
Quelle:

Morante Z et al.: Impact of the delayed initiation of adjuvant chemotherapy in the outcomes of triple negative breast cancer. SABCS 2018; Abstract GS2-05

LOGIN

Login

Passwort vergessen?