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EGFR auf Makrophagen fördert Tumorwachstum

Eine Expression des Epidermal Growth Factor Receptor (EGFR) auf Lebermakrophagen – und nicht wie bisher angenommen auf Hepatozyten – ist für die Tumorentstehung entscheidend. Diese Erkenntnis ist nicht nur prognostisch relevant, sondern rückt auch Makrophagen in den Fokus zielgerichteter Therapieformen.

Murine Lebermakrophagen, immunofluoreszenzmikroskopische Aufnahmen
Murine Lebermakrophagen, immunofluoreszenzmikroskopische Aufnahmen

Das Leberzellkarzinom (HCC) zählt aufgrund seiner schlechten Prognose mit 793 Sterbefällen jährlich zu den zehn häufigsten Krebstodesursachen in Österreich. Die Tumorentstehung wird mit Makrophagen-mediierter chronischer Entzündung assoziiert. Bei der Pathogenese der Erkrankung spielen zudem verschiedene deregulierte Enzymkaskaden eine Rolle, darunter der „Epidermal Growth Factor Receptor“-(EGFR)-Signalweg. Der Transmembranrezeptor EGFR ist bei 40 bis 70 Prozent aller Leberzellkarzinome überexprimiert. Welche Rolle EGFR im Detail zukommt, ist aber noch ungeklärt. Die Hoffnung, mithilfe von EGFR-Inhibitoren durchschlagende Therapieerfolge beim Leberzellkarzinom zu erzielen, hat sich bislang nicht erfüllt.

Bahnbrechende Ergebnisse am CCC Vienna. In einer am Institut für Krebsforschung und Comprehensive Cancer Center von MedUni und AKH Wien durchgeführten und vom österreichischen Wissenschaftsfonds geförderten Studie konnte nun nachgewiesen werden, dass EGFR in den Makrophagen der Leber maßgeblich an der Tumorentstehung beteiligt ist.1 Bis jetzt wurde die tumorfördernde Rolle von EGFR nämlich auf seine Überexpression an den Tumorzellen selbst zurückgeführt. Bei Mäusen mit verminderter EGFR-Expression auf Makrophagen war die Hepatokarzinogenese vermindert, während bei Fehlen von EGFR auf Hepatozyten die Tumorentstehung wider Erwarten gesteigert war. Dies ist durch vermehrte Leberzellschädigung und kompensatorische Proliferation zu erklären. Beim Zelltod von Hepatozyten kommt es zur Freisetzung von Interleukin-1. Nach dieser Interleukin-1-Stimulation wird EGFR in den Lebermakrophagen benötigt, um die Transkription von Interleukin- 6 auszulösen, was wiederum die Leberzellproliferation und Entstehung eines Leberzellkarzinoms fördert.

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