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Neue Kombinationstherapien beim Lungenkarzinom

Nach dem Siegeszug der PD-L1-Checkpoint-Inhibitoren beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) gab es 2018 eine wahre Flut von Immuntherapie-Kombinationsstudien, so das Autorenteam OA Dr. Maximilian Hochmair, OA Dr. Rainer Kolb und Prim. Dr. Markus Rauter, im krebs:hilfe!-Jahresrückblick.

Beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC wurde in der Phase-III-Studie KEYNOTE 407 Pembrolizumab als Zugabe zu Carboplatin/(nab-)Paclitaxel mit anschließender Erhaltungstherapie geprüft. Es zeigte sich ein deutlicher Vorteil beim progressionsfreien (PFS) und beim Gesamtüberleben (OS) für die Kombination mit Pembrolizumab in allen Subgruppen. Einschränkend hält das Autorenteam fest, dass bei Tumoren mit TPS >50% die Hazard Ratios für Pembrolizumab allein und Pembrolizumab/Chemotherapie vs. Chemotherapie mit 0,50 vergleichbar waren. Wegen der besseren Verträglichkeit wird daher bei PD-L1-Hochexprimierern bevorzugt die Pembrolizumab-Monotherapie eingesetzt. In der IMpower 131 dagegen, die Chemotherapie vs. einer Chemo-Immuntherapie mit Atezolizumab prüfte, konnte kein OS-Unterschied gezeigt werden.

Erfolgreich zeigte sich die Chemo-Immuntherapie auch beim Adenokarzinom-NSCLC. Zum einen in der KEYNOTE 189 (Platin/Pemetrexed plus Pembrolizumab), zum anderen in der IMpower 132 (Platin/Pemetrexed plus Atezolizumab) bzw. 130 (Carboplatin/nab-Paclitaxel plus Atezolizumab).

Die Kombination eines PD-1-Inhibitors mit einem CTLA4-Inhibitor wurde in der Studie CheckMate 227 bei NSCLC beider Histologien untersucht. Noch liegen nicht alle Auswertungen vor, aber in der Gruppe mit hoher Tumormutationslast zeigte sich ein beeindruckendes PFS unter der Kombination Nivolumab/Ipilimumab. Ein Durchbruch gelang rezent mit dem PD-L1-Immuncheckpoint-Inhibitor Durvalumab, der in der PACIFIC-Studie beim inoperablen NSCLC (Stadium IIIA/IIIB) nach kombinierter Radiochemotherapie für ein Jahr vs. Placebo verabreicht wurde. Es bestand für beide Histologien sowohl ein PFS- als auch ein OS-Vorteil für Durvalumab. Den größten Benefit erzielte die Gruppe mit PD-L1 ≥25%.

Auch beim kleinzelligen Lungenkarzinom konnten erste Erfolge mit Immuntherapie-Kombinationen (Nivolumab plus Ipilimumab) bzw. mit Chemo-Immuntherapie (Carboplatin/Etoposid plus Atezolizumab) erzielt werden. Letztgenannte Kombination gilt als neuer Standard bei fortgeschrittener Erkrankung – die Zulassung wird erwartet.

Sie finden einen Auszug – die praxisrelevanten Änderungen beim Lungenkarzinom – in der krebs:hilfe! 1–2/19. Den gesamten Artikel finden Sie auf Seite XIV im Dossier, das Sie hier downloaden können.

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