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ASH 2019: Erste Erhaltungstherapie mit Überlebensvorteil bei AML

Für Patienten mit akuter myeloischer Leukämie und ungünstigem Risikostatus gibt es einen möglichen neuen Standard of Care. Eine Erhaltungstherapie mit oralem Azacitidin ermöglicht dieser Gruppe erstmals eine längere Lebenszeit.

CC-486, eine orale Formulierung von Azacitidin, erzielte als erste Erhaltungstherapie eine signifikante und klinisch relevante Verbesserung des Gesamtüberlebens (OS) bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML), die sich nach der Induktionschemotherapie, mit oder ohne Konsolidierung, in Remission befinden.

Diese Ergebnisse der QUAZAR-AML-001-Studie wurden in der Late Breaking Abstract Session beim Annual Meeting der American Society of Hematology (ASH) präsentiert. Prof. Dr. Robert A. Brodsky, ASH-Sekretär, Johns Hopkins School of Medicine, der die Ergebnisse kommentierte, hält diese Ergebnisse für praxisverändernd.

Die internationale Phase-III-Studie QUAZAR-AML-001 inkludierte 472 Patienten, die nach 1:1-Randomisierung CC-486 oder Placebo als Erhaltungstherapie nach der ersten Remission erhielten. Alle Patienten waren über 55 Jahre alt, das mediane Alter betrug 68 Jahre. Bei 91 Prozent der Patienten lag eine de-novo-AML vor. 86 bzw. 14 Prozent der Patienten hatten eine intermediate- bzw. poor-risk-Zytogenetik. Nach der Induktionstherapie erreichten 81 Prozent der Patienten eine komplette Remission (CR) und 19 Prozent eine komplette Remission mit unvollständiger Erholung der Zellzahl (iCR; incomplete count recovery). 80 Prozent der Patienten hatten eine Konsolidierung erhalten.

Nach einem medianen Follow-up von 41,2 Monaten war das Gesamtüberleben mit CC-486 gegenüber Placebo signifikant verlängert und lag bei 24,7 vs. 14,8 Monaten (p=0,0001; HR 0,69). Das rezidivfreie Überleben war ebenfalls signifikant verlängert und lag bei 10,2 vs. 4,8 Monaten (p=0,0001; HR 0,65). OS- und RFS-Vorteil erwiesen sich als unabhängig vom zytogenetischen Risikostatus zur Baseline, von der Zahl der Konsolidierungs-Zyklen und vom CR/Cri-Status.

„Bei den in der QUAZAR-Studie untersuchten Patienten handelt es sich um eine Gruppe mit poor-risk-AML. Das Problem in der Therapie dieser Population ist nicht, eine Remission herbeizuführen, sondern diese aufrechtzuerhalten“, erklärt Brodsky. Mit Verweis auf die Vorteile in RFS und OS sind die Ergebnisse für den Experten „practice changing“.

CC-486 hatte im Vergleich zu Placebo keinen nachteiligen Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität während der Therapie. Der Wirkstoff habe laut Autoren ein beherrschbares Sicherheitsprofil, das konsistent mit jenem von injizierbarem Azacitidin sei. Die häufigsten Nebenwirkungen mit CC-486 und Placebo waren gastrointestinale Ereignisse von Grad 1 bis 2, darunter Nausea (64 und 23%), Erbrechen (59 vs. 10%) und Diarrhö (49 vs. 21%). Die häufigsten Grad-3/4-Nebenwirkungen waren Neutropenie (41 vs. 24%), Thrombozytopenie (23 vs. 22%) und Anämie (14 vs. 13%). Ein nebenwirkungsbedingter Abbruch der Therapie, meist aufgrund gastrointestinaler Ereignisse, erfolgte bei fünf vs. 0,4 Prozent der Patienten.

Wei AH et al., Abstract LBA-3
The QUAZAR AML-001 Maintenance Trial: Results of a Phase III International, Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Study of CC-486 (Oral Formulation of Azacitidine) in Patients with Acute Myeloid Leukemia (AML) in First Remission

https://ash.confex.com/ash/2019/webprogram/Paper132405.html

Quelle: ASH Annual Meeting 2019

 

 

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