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KEYNOTE-062

ASCO 2019: Beim Magenkarzinom ist Pembrolizumab eine vielversprechende Alternative zur Erstlinien-Chemo

Die Phase-III-Studie KEYNOTE-062 erreichte ihren primären Endpunkt. Pembrolizumab-Monotherapie war bei Patienten mit neu diagnostizierten Magenkarzinomen ebenso effektiv wie eine Standard-Chemotherapie bei gleichzeitig besserer Verträglichkeit. Bei Tumoren mit hoher PD-L1-Expression wurde das Gesamtüberleben mit Pembrolizumab versus Chemotherapie klinisch relevant verbessert.

Die Phase-III-Studie KEYNOTE-062 (NCT02494583) schloss 763 nicht vorbehandelte Patienten mit PD-L1-positiven Magen- bzw. GEJ-Karzinomen ein (Tabernero J et al.; Abstract LBA4007). Rund ein Viertel der Patienten war zuvor operiert worden. 69 Prozent der Studienteilnehmer hatten Magen- und 30 Prozent hatten GEJ-Karzinome.

Die PD-L1-Expression wurde mit einem kombinierten positiven Score (CPS) erfasst. Der CPS wird aus der Zahl PD-L1-positiver Zellen aus Biopsieproben und der Zahl lebender Tumorzellen errechnet. In früheren Studien war bei CPS ≥1 ein Ansprechen möglich, während ein CPS ≥10 einen klinisch relevanten Benefit von Pembrolizumab nahelegte. Patienten mit HER2-positiven Tumoren waren von der Studie ausgeschlossen.

Die Studie untersuchte 1:1:1 randomisiert die drei Arme:

  • Pembrolizumab-Monotherapie (P)
  • Chemotherapie (Cisplatin plus 5-Fluoruracil oder Capecitabin) plus Placebo (C) oder
  • Pembrolizumab plus Chemotherapie (P+C).

Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS) in den CPS≥1 bzw. ≥10-Gruppen.

Überlegenes OS für Pembrolizumab bei CPS ≥10

Pembrolizumab war bezüglich des OS in der CPS≥1-Gruppe der Standard-Chemotherapie nicht unterlegen. Die OS-Medianwerte waren mit 10,6 versus 11,1 Monaten und einer Hazard Ratio (HR) von 0,91 vergleichbar. In der CPS≥10-Gruppe war das mediane OS mit Pembrolizumab signifikant und klinisch relevant bessert als mit Chemotherapie: 17,4 versus 10,8 Monate, HR 0,69. Die 2-Jahres-Überlebensraten waren mit der Immuntherapie deutlich verbessert – 39 versus 22 Prozent.

Der Kombinationsarm P+C zeigte für beide CPS-Gruppen keinen OS-Unterschied zum Chemotherapiearm (CPS ≥1 12,5 Monate und CPS ≥10 12,3 Monate).

Pembrolizumab besser verträglich

Die Rate schwerer Nebenwirkungen war im Pembrolizumab-Arm am niedrigsten: P 17%, P+C 73% und C 69%. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Übelkeit und Fatigue. Das Sicherheitsprofil von Pembrolizumab-Monotherapie entsprach dem aus anderen Studien.

Nächste Schritte

Weitere Auswertungen von Studiensubsets sind vorgesehen, um zu ermitteln, welche Patientensubgruppen am meisten von der Immuntherapie profitierten. Der Studienleiter Dr. Josep Tabernero, Vall d’Hebron University Hospital, Barcelona, merkte an, dass bessere Biomarker als PD-L1 nötig seien, um vor Therapiebeginn mögliche Responder für Pembrolizumab-Monotherapie bzw. für Kombinationstherapien identifizieren zu können.

Tabernero J et al.: Pembrolizumab with or without chemotherapy versus chemotherapy for advanced gastric or gastroesophageal junction (G/GEJ) adenocarcinoma: The phase III KEYNOTE-062 study; ASCO 2019, Abstract LBA4007

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