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Upper-GI-Studien: Adjuvanz-Standard beim Pankreaskarzinom

Pankreaskarzinom

Seit ESPAC-4 gilt Gemcitabin (G)/Capecitabin (C) als Standard im adjuvanten Setting nach Resektion eines Pankreaskarzinoms. Das Gesamtüberleben (OS) für G/C vs. G betrug 28 vs. 25,5 Monate (HR 0,82). FOLFIRINOX ist als Erstlinientherapie bei PatientInnen mit metastasiertem Pankreaskarzinom effektiver als Gemcitabin alleine und wurde daher im Rahmen der Phase-III-Studie PRODIGE 24/CCTC PA.6 mit 493 PatientInnen nun auch im adjuvanten Setting untersucht (Conroy T et al., Abstract LBA4001). Aufgrund bekannt hoher Toxizität von FOLFIRINOX wurde in dieser Studie für insgesamt zwölf Zyklen ein modifiziertes (m) FOLFIRINOX-Schema mit Oxaliplatin 85mg/m2, Leucovorin 400mg/m2, Irinotecan 150mg/m2 an Tag 1 und 5-Fluoruracil (5-FU) 2.400mg/m2 über 46 Stunden gewählt. Es zeigte sich ein medianes krankheitsfreies Überleben (DFS; primärer Endpunkt) von 21,6 Monaten für mFOLFIRINOX vs. 12,8 Monaten für Gemcitabin.

Das als sekundärer Endpunkt untersuchte OS betrug 54,4 vs. 34,8 Monate. Dieses überraschend hohe mediane OS sowohl für die Triple-Therapie als auch für Gemcitabin alleine scheint unter anderem daran zu liegen, dass ein Studieneinschluss nur bei einem postoperativen CA-19-9- Wert ≤180U/mL innerhalb von zwölf Wochen nach der Operation erlaubt war. Grad-3/4-Nebenwirkungen waren im Kombinationsarm höher (75,5 vs. 51,1%). Aufgrund des signifikanten Vorteils im primären Endpunkt, dem sehr deutlichen Zugewinn im medianen OS und des „managebaren“ Toxizitätsprofils sollte mFOLFIRINOX nun das bevorzugte Therapieregime bei fitten PatientInnen nach Resektion eines Pankreaskarzinoms darstellen.

Hepatozelluläres Karzinom

In den letzten Jahren zeigte sich ein zunehmender Fortschritt in der systemischen Behandlung von PatientInnen mit hepatozellulärem Karzinom (HCC) durch Implementierung von Tyrosinkinase- Inhibitoren und VEGF(R)-Antikörpern sowie der FDA-Zulassung von Nivolumab. Zusätzlich liegen vielversprechende Phase-III-Daten für Lenvatinib (Erstlinie) und Cabozantinib (Zweitlinie) vor. Ramucirumab als Zweitlinientherapie zeigte in der vorangegangenen REACH-Studie keinen signifikanten Vorteil im medianen OS im Vergleich zu Best Supportive Care in der Gesamtanalyse, jedoch deutliche Hinweise für einen Benefit bei PatientInnen mit einem Alpha-Fetoprotein( AFP)-Wert ≥400ng/mL. Dieses Biomarker-Konzept wurde in der prospektiven REACH- 2-Studie untersucht und zeigt nun einen signifikanten Vorteil für Ramucirumab vs. Best Supportive Care im medianen OS (8,5 vs. 7,3 Monate; HR 0,710; p=0,0199; Zhu AX et al., Abstract 4003). Der zukünftige Stellenwert von Ramucirumab im Behandlungsalgorithmus wird jedoch stark von derzeit laufenden Zulassungsverfahren anderer Erst- und Zweitlinientherapien abhängen.

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