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Obinutuzumab bei indolentem Non-Hodgkin-Lymphom

Ein neues Antikörper-Medikament verlängerte das progressionsfreie Überleben von Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen, auch wenn die bisher effektivste Therapie bereits an Wirkung verloren hat. Das ergibt sich aus einer Studie, die am Samstag beim ASCO in Chicago präsentiert wurde.

Foto: BilderBox.com
Mit dem monoklonalen Antikörper Rituximab zur Beseitigung der beim Non-Hodgkin-Lymphom krankhaft vermehrt entstehenden B-Lymphozyten gab es bisher schon eine an sich sehr potente medikamentöse Therapie. Doch die Wirkung kann nachlassen.

 

Beim Annual Meeting der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago wurde am 30. Mai 2015 eine Studie präsentiert, in der Therapiemöglichkeiten für Patienten mit indolentem Non-Hodgkin-Lymphom (iNHL) bewertet worden waren.

Die Phase-III-Studie GADOLIN, an der insgesamt 413 Patienten – davon fünf aus den Unikliniken Graz und Wien – teilgenommen hatten, ergab, dass der Roche-Wirkstoff Obinutuzumab in Kombination mit dem Chemotherapeutikum Bendamustin, gefolgt von Obinutuzumab alleine, für Patienten mit indolentem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) einen signifikanten therapeutischen Nutzen hat. Die Studie konnte aufgrund des hohen therapeutischen Nutzens bereits vorzeitig beendet werden, hieß es in einer Aussendung des Schweizer Pharmakonzerns Roche.

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Die Studie umfasste 413 Patienten mit NHL, deren Erkrankung während oder innerhalb von sechs Monaten nach einer vorherigen Therapie auf Basis von Rituximab weiter fortschritt. Mit dem neuen Antikörper-Präparat in Kombination mit der Chemotherapie konnte das Non-Hodgkin-Lymphom im Vergleich zur Chemotherapie alleine doppelt so lange unter Kontrolle gehalten werden (keine Progression über durchschnittlich 29,2 Monate hinweg im Vergleich zu 14 Monaten bei alleiniger Chemotherapie).

Sowohl Rituximab als auch der neue monoklonale Antikörper binden am CD20-Oberflächenprotein von B-Zellen, allerdings offenbar auf etwas unterschiedliche Art. Die Antikörper töten die B-Zellen ab bzw. markieren sie für die Vernichtung durch die körpereigene Abwehr.

Quelle: APA, Aussendung Roche

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