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Hodgkin-Lymphom

Radiatio kann PET-negativen Hodgkin-Patienten erspart werden

Da die Radiatio in der Konsolidierung beim Hodgkin-Lymphom (HL) mit späten Toxizitäten einhergehen kann, wurde in der HD17-Studie untersucht, ob mit dem intensiven 2+2-Schema (2x eBEACOPP plus 2x ABVD) der Deutschen Hodgkin-Studiengruppe (GHSG) die Bestrahlung bei Patienten mit negativem PET/CT nach den vier Chemotherapiezyklen ausgespart werden könnte.

In die randomisierte HD17-Studie wurden 1.100 neu diagnostizierte HL-Patienten eingeschlossen, von denen schlussendlich 428 Patienten im Standard-Arm (2+2 plus Bestrahlung) und 477 im PET-geführten Studienarm (ohne Bestrahlung bei PET4-negativen Patienten) per Protokoll behandelt wurden. Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 46 Monaten war das 5-Jahres-PFS im PET-geführten und im Standard-Arm mit 95,1% versus 97,3% vergleichbar (p=0,12), sodass auf eine Nicht-Unterlegenheit der PET-geführten Therapie geschlossen werden kann. In einer Sensitivitätsanalyse der PET-negativen Patienten wurde die Nicht-Unterlegenheit bestätigt.

Das 5-Jahres-PFS betrug 95,9% mit PET-geführter Therapie und 97,7% im Standardarm (p=0,20). Patienten mit einem positiven PET4 nach 2+2-Therapie zeigten ein signifikant erhöhtes Risiko gegenüber PET4-negativen Patienten (5-Jahres-PFS: 94,2% vs. 97,6%; HR=3,03; 95% CI: 1,10–8,3; p=0,02). Eine detailliertere Aufschlüsselung mithilfe des Deauville Scores (DS) zeigte, dass nur Patienten mit einem DS 4 ein höheres Progressionsrisiko aufwiesen (5-Jahres PFS: 81,6%), wohingegen Patienten mit einem DS 3 (98,8%) oder DS <3 (97,6%) vergleichbar gut von der Therapie profitierten.

Das Gesamtüberleben (OS) war in beiden Armen mit 5-Jahres-OS-Raten von 98,5% versus 98,8% vergleichbar gut. Innerhalb der ITT-Population (n=1.048) wurden nur 10 fatale Ereignisse beobachtet, von denen 2 mit dem Hodgkin-Lymphom assoziiert wurden.

Die PET-geführte 2+2-Chemotherapie ist neuer GHSG-Standard in der Behandlung von neu diagnostizierten Patienten mit Hodgkin-Lymphom, schlussfolgerten die Autoren. Ein positiver PET4-Scan, definiert als DS ≥4 nach 4 Chemotherapiezyklen, gebe Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für ein Therapieversagen.

Quelle: Borchert P et al.: Position emission tomography guided omission of radiotherapy in early-stage unfavorable Hodgkin lymphoma: Final results of the international, randomized phase III HD17 trial by the GHSG. EHA 2020, Abstr. #S101

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