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Rezidivierendes Glioblastom mit Amplifikation des EGFR-Gens

Auf dem diesjährigen ASCO 2018 wurden aktuelle Ergebnisse der INTELLANCE 2/EORTC-Studie 1410 randomisierten Phase-II-Studie bei rezidivierendem Glioblastom mit Amplifikation des EGFR-Gens präsentiert.

Quelle: ASCO Annual Meeting 2018

Hintergrund

Depatuxizumab-Mafodotin (Depatux-M) ist ein tumorspezifisches, Antikörper-Wirkstoff-Konjungat, bestehend aus einem Antikörper (ABT-806), der an das Toxin Monomethylauristatin-F bindet. Die Erstanalyse der Studie EORTC 1410 berichtete über die Tendenz (p = 0.06) eines verbesserten Gesamtüberlebens (OS) bei Patienten mit rezidivierendem Glioblastom mit Amplifikation des EGFR-Gens (amp), die zuvor mit Depatux-M in Kombination mit Temozolomid (TMZ) behandelt wurden.

Depatux-M in Kombination mit Temozolomid

Innerhalb der Studie von Van den Bent MJ et al. wurden Patienten mit EGFRamp Glioblastom nach erstem Rezidiv und TMZ Chemo-Bestrahlung, welches nach ≥ drei Monaten nach der Radiotherapie aufgetreten war, eingeschlossen. Die Patienten wurden randomisiert zu a) Depatux-M 1.0 mg/kg  alle zwei Wochen intravenös, oder b) dieselbe Behandlung kombiniert mit TMZ 150-200 mg/m² Tag 1-5 alle vier Wochen, oder c) entweder LOM oder TMZ (TMZ/LOM) abhängig vom Zeitpunkt des Rückfalls.

Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Es erfolgten pharmakokinetische Probenentnahmen (PKs), die zur Kalkulation der durchschnittlichen Depatux-M-Konzentration (CavgC1) genutzt wurden. Der Level von EGFRamp wurde mittels qPCR, Next Generation Sequencing und FISH bestimmt.

Ergebnisse

Ein aktualisierter Vergleich hinsichtlich des Gesamtüberlebens mit Depatux-M in Kombination mit TMZ versus TMZ/LOM zeigte in einem längeren Follow-Up, welches nach 220 beobachteten Todesfällen und der Nutzung des Log-Rank-Tests und des Cox-Modells durchgeführt wurde, einen HR von 0.68 (95 % CI [0.48, 0.95]; p = 0.024) und 1-Jahres-OS-Raten von 40 % versus 28 %. In multivariaten Analysen, welche den Performance-Status, MGMT, Operation bei Rezidiven, die Zeit des letzten TMZ bis zum Auftreten eines Rezidiv und die Läsionsdurchmesser beinhalteten, war CavgC1 ein signifikanter Prädiktor für OS (HR 0.96, 95 % CI [0.93, 0.98], p = 0.0013). Bei Patienten, die mit Depatux-M therapiert wurden, korrelierte der EGFR-Status nicht mit dem Gesamtüberleben.

Schlussfolgerungen

Diese aktualisierte Analyse des Gesamtüberlebens von Depatux-M in Kombination mit TMZ bestätigt eine Verbesserung im Gesamtüberleben bei EGFRamp rezidivierenden Glioblastom. Bei mit Depatux-M therapierten Patienten waren höhere Medikamentenspiegel mit einem verbesserten Gesamtüberleben assoziiert.

Referenz:
Van Den Bent MJ et al.: J Clin Oncol 36, 2018 (suppl; abstr 2023) – 2018 ASCO Annual Meeting

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