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Drei gute Gründe für Kardio-MRTs

Welchen Stellenwert hat das Kardio-MRT im klinischen Alltag? Liefert es relevante Zusatzinformation oder nur schöne Bilder? Diese provokante Frage wurde an der deutschen Kardiologie-Jahrestagung gestellt. (Medical Tribune 38/2017)

Nur im MRT-Bild kann man eine hypertrophe Kardiomyopathie (links) von einer Amyloidose und ein akutes Tako-Tsubo-Syndrom (rechts) von einer Myokarditis unterscheiden.
Nur im MRT-Bild kann man eine hypertrophe Kardiomyopathie (links) von einer Amyloidose und ein akutes Tako-Tsubo-Syndrom (rechts) von einer Myokarditis
unterscheiden.

„Um Bildgebung richtig zu nutzen, ist es wichtig, die Indikation korrekt zu stellen“, betonte Dr. Thomas Stiermaier vom Universitären Herzzentrum Lübeck. Drei Indikationen hat er ausgemacht, bei denen er die Kernspintomographie als besonders hilfreich ansieht: die stabile koronare Herzkrankheit, das akute Koronarsyndrom (ACS) und Kardiomyopathien.

  • Stabile koronare Herzerkrankung:
    Gemäß den Leitlinien sollte der apparativen Diagnostik eine Abschätzung der Vortest-Wahrscheinlichkeit vorangehen, in die Alter, Geschlecht und Symptomatik einfließen. Beim Gros der Patienten kommt dabei ein Wert zwischen 15 und 85 % heraus, was als intermediäres Risiko eingestuft wird und weitere Abklärung erfordert. „Die Belastungsergometrie ist da nicht immer hilfreich. Die Sensitivität gleicht der eines Münzwurfs“, meinte Stiermaier. Die Leitlinie rät auch zur Stress-Bildgebung und gibt dem Stress-MRT eine Klasse-IA-Empfehlung. Sie stützt sich dabei auf die prospektiven Studien CE-MARC und CE-MARC 2, in denen das MRT mit der Myokardszintigraphie verglichen wurde und sehr gut abschnitt. Sensitivität und Spezifität betrugen etwa 85 % und der negative Vorhersagewert fiel mit über 90 % hochsignifikant besser aus.

Stress-MRT kann Angiographien vermeiden

CE-MARC 2 ergab zudem, dass sich mit dem Stress-MRT viele unnötige Angiographien vermeiden lassen, ohne dass die Patienten ein höheres Ereignisrisiko haben. Eine weitere, beim amerikanischen Kardiologiekongress vorgestellte Studie namens MR-INFORM verglich die Perfusionsmessung per Stress-MRT mit der invasiv ermittelten fraktionellen Flussreserve (FFR). Mit dieser lässt sich beurteilen, ob Stenosen hämodynamisch wirksam sind. Das MRT identifiziert Kandidaten für eine Revaskularisierung ebenso zuverlässig wie die FFR und vermeidet somit, dass Patienten ohne interventionspflichtige Stenosen angiographiert werden müssen.

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