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Bewegung wirkt auch im Alter

Die Vorteile regelmäßiger körperlicher Bewegung sind längst unbestritten. Aktuelle Studienergebnisse zeigen allerdings, wie dramatisch die Effekte selbst moderater regelmäßiger Anstrengung sein können. Bei Personen über 65 dürfte eine Reduktion der kardiovaskulären Mortalität um 50 Prozent erreichbar sein.

Foto: istockphoto/ Resting during the hike
Die im Rahmen des ESC 2016 vorgestellte National FINRISK Study, die 2456 Personen im Alter zwischen 65 und 74 über zwölf Jahre beobachtete, fand für moderate Freizeit-Bewegung („leisure time physical activity“) dramatische Wirkungen auf die Sterblichkeit und die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse. Moderate Bewegung reduzierte die kardiovaskuläre Ereignisrate um 30 Prozent, intensiveres Training brachte noch ausgeprägtere Vorteile.

„Die Rolle von körperlicher Aktivität in der Prävention kardiovaskulärer Erkrankung ist für Menschen im mittleren Alter gut dokumentiert. Allerdings haben wir bislang wenig Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen“ kommentierte Studienautorin Professor Riitta Antikainen von der Universität Oulu in Finnland.

Finnische Register erleichter das Follow up

Im Rahmen der Studie wurden die Probanden eingangs mittels Fragebögen hinsichtlich körperlicher Aktivität und anderer gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen befragt. Dazu wurden klinische Daten wie Blutdruck, Gewicht und Körpergröße erhoben sowie der Cholesterinspiegel erhoben. Das Follow up wurde bis 2013 fortgesetzt. Dazu wurden die ausgezeichneten finnischen Register herangezogen, die sowohl Daten zu Mortalität und Todesursachen als auch zu Spitalsweinweisungen und Entlassungen samt Diagnosen liefern.

Die von den Probanden angegebene körperliche Aktivität wurde in vier Klassen eingeteilt:
Niedrig: Lesen, fernsehen, oder wenig anstrengende Hausarbeit.
Moderat: Gehen, Radfahren oder andere Formen leichter Bewegung (Fischen, Gartenarbeit, Jagd) für mindestens vier Stunden in der Woche.
Hoch: Freizeitsport wie Joggen, Skifahren, Gymnastik, Schwimmen, Ballspiele oder schwere Gartenarbeit. Intensives Training oder sportliche Wettkämpfe für mindestens drei Stunden pro Woche.

Massive und dosisabhängige Risikoreduktion

Innerhalb der Beobachtungszeit von 11,8 Jahren im Median, starben 197 Probanden einen kardiovaskulären Tod und 416 überlebten ein erstes kardiovaskuläres Ereignis. Die Auswertung zeigte, dass moderate Bewegung im Vergleich zu leichter Bewegung zu einer Reduktion der kardiovaskulären Ereignisse um 31 Prozent führte. Für die intensive Bewegung betrug die Risikoreduktion im Vergleich zu leichter Bewegung 45 Prozent. Moderate und hohe körperliche Aktivität reduzierten die kardiovaskuläre Sterblichkeit um 54 bzw. 66 Prozent.

Die Ergebnisse waren hinsichtlich anderer bekannter kardiovaskulärer Risikofaktoren wie Blutdruck, Rauchen und Cholesterinspiegel sowie in Bezug auf soziale Faktoren adjustiert.
Personen mit koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Anamnese wurden aus der Studie ausgeschlossen. Da diese Personen aus gesundheitlichen Gründen oft nur eingeschränkt Bewegung machen können, hätte ihr Einschluss die Ergebnisse im Sinne umgekehrter Kausalität verfälschen können. Dazu Professor Antikainen: „Unsere Studie liefert weitere Evidenz, dass ältere Menschen, die körperlich aktiv bleiben, ein niedrigeres Risiko von koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod haben. Dabei erweist sich der protektive Effekt des Freizeitsports als dosisabhängig. Nicht zuletzt zeigen unsere Daten auch, dass der protektive Effekt von Bewegung von anderen Risikofaktoren wie zum Beispiel erhöhtem Cholesterin unabhängig ist.“

Activity Bild 2

Quelle:
Antikainen RL et al. Leisure time physical activity reduces the risk of cardiovascular death and an acute CVD event also among older adults. ESC 2016, Poster 390

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