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Information für medizinisches Fachpersonal

Update zum Coronavirus: Status quo und notwendige Maßnahmen

++ Update 14.02.2020 – Sprunghafter Anstieg der Zahlen in China – Sechs Spitalsmitarbeiter gestorben – Strategie für europäische Arzneimittelproduktion gefordert – AUA streicht Flüge bis Ende März
  • In China ist die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus (Erkrankung/Erreger: Covid-2019/SARS-CoV-2) zuletzt sprunghaft angestiegen: von 44.000 auf inzwischen mehr als 64.000.
    Die Zahl der Todesopfer stieg auf knapp 1400. Nach Behördenangaben liegt dies daran, dass die Diagnose auch auf Basis von Lungenröntgen – ohne Nukleinsäure-Test – gestellt werden kann. Dadurch sollen Infizierte schneller behandelt werden können. (APA)
  • Nach offiziellen Angaben sind in China bereits sechs Krankenhausmitarbeiter an Covid-2019 gestorben. 1.716 Angehörige des medizinischen Personals seien infiziert, teilte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission, Zeng Yixin, heute, 14.02.2020, mit. Die Engpässe bei der Schutzbekleidung führten zuletzt dazu, dass Ärzte diese mehrfach tragen mussten. Ein Arzt aus Wuhan sagte, er und 16 seiner Kollegen hätten verdächtige Symptome wie Husten und Atemnot, dennoch würden sie weiter Patienten behandeln müssen. (APA)
  • Im Anschluss an das Sondertreffen der EU-Gesundheitsminister am 13.02.2020 zeigte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erfreut, dass viele Minister zustimmten, den „Rassismus“ gegen Mitbürger aus China infolge der Corona-Krise öffentlich zu behandeln. Anschober hatte diesen als „zutiefst unangebracht und uneuropäisch“ bezeichnet. Sorgen bereitet den EU-Ländern die nach Asien ausgelagerte Arzneimittelproduktion. Um Verknappung vorzubeugen und weniger krisenanfällig zu sein, brauche es eine „europäische Strategie für eine europäische Arzneimittelproduktion“, ist auch die österreichische Bundesregierung überzeugt. Diese soll die EU-Kommission vorlegen. (APA)
  • Die Austrian Airlines (AUA) streichen alle Chinaflüge bis 28. März 2020. Zuletzt waren diese Flüge bis Ende Februar ausgesetzt worden. (APA)
  • In Österreich sind bis Freitagvormittag (14.02.2020, 10.00 Uhr) 162 Tests nach Verdachtsfällen durchgeführt worden. Alle waren bisher negativ.
    (Hotline: 0800 555 621, aktuelle Zahlen täglich um 10.00 Uhr auf sozialministerium.at)

++ Update 12.02.2020 – Neuer Name „Covid-19“ – Anschober: Sorgfalt, aber kein Grund zu Panik – Weiterhin kein bestätigter Fall in Ö – Todesopfer in China auf 1.100 gestiegen
  • Das Coronavirus trägt nun offiziell den Namen „Covid-19“. Der Name ersetzt laut WHO die bisherige Bezeichnung 2019-nCoV. „Co“ steht für „Corona“, „vi“ für „Virus“ und „d“ für „disease“. Von der Krankheit betroffen sind derzeit China (inklusive Hongkong und Macau), Taiwan, Thailand, Philippinen, Indien, Japan, Südkorea, USA, Vietnam, Singapur, Malaysia, Kanada, Nepal, Sri Lanka, Kambodscha, Australien, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien, Deutschland, Russland, Spanien, Schweden, Belgien und Finnland.
  • Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht angesichts der wenigen Coronavirus-Fälle in Europa zwar weiterhin erhöhte Sorgfalt geboten, aber „keinen Grund zur Panik“. Vor dem Ministerrat am Mittwoch verwies Anschober darauf, dass es in Österreich noch keine einzige bestätigte Coronavirus-Infektion gebe, dafür aber 190.000 Grippefälle in dieser Saison.
  • Das Gesundheitsministerium gibt dennoch bekannt, dass es immer mehr Verdachtsfälle in Österreich gibt. Bis Mittwochvormittag (12.02.2020, 10.00 Uhr) sind 105 Tests nach Verdachtsfällen durchgeführt worden. Alle waren bisher negativ. (Aktuelle Zahlen täglich um 10.00 Uhr auf sozialministerium.at)
  • In China ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 1.100 gestiegen.Ferner wurden 1.638 Infektionsfälle in Hubei verzeichnet. Die offizielle Gesamtzahl der Krankheitsfälle in Festlandchina wuchs damit auf mehr als 44.200 an. Die allermeisten Todes- und Infektionsfälle treten nach wie vor in Hubei auf, von wo die Epidemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte.
  • An Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“, das nach seinem Eintreffen in Yokohama in Quarantäne steht, wurden 174 Infektionsfälle bestätigt. Insgesamt befinden sich 3.700 Personen an Bord, ein Passagier, der das Schiff in Hongkong verlassen hatte, wurde positiv auf Covid-19 getestet.

 


++ Update 11.02.2020 – WHO-Aufruf zur Solidarität – Symptomlose Verläufe nicht mehr erfasst – Coronaviren möglicherweise tagelang auf Oberflächen
  • Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, rief heute angesichts des in China grassierenden neuen Coronavirus (nCoV) zu weltweiter Solidarität auf. Es gehe darum, den Ausbruch zu stoppen und Leben zu retten, sagte er zum Auftakt eines zweitägigen Expertengipfels in Genf. „Wir stehen Ihnen bei“, wünschte er Kollegen in China per Video Mut, Geduld, Erfolg und gute Gesundheit. (APA)
  • China führt nCoV-Infizierte ohne Symptome nicht mehr in der Statistik, was den Vorgaben der WHO widerspricht. Ein Grund für die Änderung der Statistik wurde nicht genannt. Die Zahl erfasster Fälle lag bis zum 11.02.2020 bei rund 42.600, mehr als 1.000 Menschen sind gestorben. Coronavirus-Experte Christian Drosten von der Berliner Charité geht inzwischen von einer immensen Dunkelziffer aus. (APA)
  • Bisher bekannte Coronaviren können bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen überleben und infektiös bleiben, schrieb kürzlich ein deutsches Forschungsteam im „Journal of Hospital Infection“. Die Forscher aus Greifswald und Bochum empfehlen zur Desinfektion Mittel auf Basis von Alkohol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit. (APA)
  • Bis zum 11.02.2020 vormittags wurden in Österreich 97 Tests nach Verdachtsfällen durchgeführt, alle waren negativ. (Aktuelle Zahlen täglich um 10.00 Uhr auf www.sozialministerium.at)

++ Update 10.02.2020 – Ermittlungen in China – Sonderrat in Brüssel – Alle Österreicher aus Krisengebiet zurückgeholt – 94 negative Tests in Österreich
  • In China stieg die Zahl der bestätigten nCov-Infektionen auf mehr als 40.000, mehr als 900 Menschen starben daran, darunter auch der Entdecker des Coronavirus, ein chinesischer Augenarzt namens Li Wenliang. Der 34-Jährige warnte bereits Ende Dezember 2019 vor dem Erreger, war aber zusammen mit sieben Kollegen von der Polizei wegen der „Verbreitung von Gerüchten“ ermahnt worden. Li steckte sich später bei der Behandlung eines Patienten an. Die chinesischen Korruptionsbehörden starteten nach lauter werdender Kritik aus der Bevölkerung eine Untersuchung zu Lis Tod. (APA)
  • EU: Am Donnerstag, den 12.02.2020, treffen sich die EU-Gesundheitsminister zu einem Sonderrat in Brüssel. Besprochen werden Notfallmaßnahmen, um eine weitere Verbreitung des Conoravirus innerhalb der EU zu verhindern. Österreich wird durch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vertreten. (APA)
  • Bei einer britischen Rückholaktion wurden vergangenes Wochenende auch sechs Österreicher aus der chinesischen Millionenstadt Wuhan ausgeflogen, sie landeten mit der Tyrol Air Ambulance am Flughafen Wien-Schwechat. Damit sind laut Außenministerium keine Österreicher mehr im Krisengebiet. Bereits am Wochenende zuvor waren sieben Österreicher mit einer Hercules C-130 des Bundesheeres von Frankreich nach Wien-Schwechat geflogen worden. (APA)
  • Bis zum 09.02.2020 wurden in Europa 32 Krankheitsfälle bestätigt, zuletzt drei in Großbritannien. In Österreich wurden bisher 94 Tests an Verdachtsfällen durchgeführt, alle waren negativ. (Aktuelle Zahlen täglich um 10.00 Uhr auf www.sozialministerium.at)

++ Update 05.02.2020 – Infektionszahl steigt weiter an – Donau-Uni Krems hilft WHO gegen Fake News – EU & EWR: 26 bestätigte Fälle
  • China: Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus (nCoV) stieg zuletzt wieder schneller an und zwar bis Mittwoch um 3.887 auf 24.324, die Zahl der Toten stieg auf 490. (APA)
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die am 30.01.2020 den globalen Notstand ausgerufen hatte, beauftragte ein Team um Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Donau-Universität Krems, Studien zu nCoV jeweils binnen 24 Stunden zusammenzufassen. Ziel sind belastbare Fakten und Entscheidungsgrundlagen, um Verschwörungstheorien und Falschinformationen entgegenzuwirken. (APA)
  • In der EU und dem EWR sowie dem Vereinigten Königreich gab es bisher 26 bestätigte Fälle. In Österreich hat sich bis zum 05.02.2020 kein Verdachtsfall bestätigt. (www.sozialministerium.at)

++ Update 29.01.2020 – Erstmals weniger Neuerkrankungen in China – Etappenerfolg auf der Suche nach Gegenmittel – Hotline in Österreich – ÖGARI-Plädoyer für Influenzaimpfung
  • China: Insgesamt knapp 6.000 Krankheitsfälle, Zahl der Toten steigt auf 132, aber erstmals weniger neue bestätigte Fälle: 1.459 am Dienstag, während es am Montag 1700 Neuerkrankungen gewesen waren. (APA)
  • Australien: Forscher berichten von einem „bedeutenden Durchbruch“: Im Labor des Peter Doherty Institut für Infektionen und Immunität in Melbourne gelang die Nachzüchtung des Virus. Nun könnte in Kooperation mit anderen Instituten und der WHO an einem Gegenmittel gearbeitet werden. (APA)
  • Österreich: Bisherige Verdachtsfälle bestätigen sich allesamt nicht. Tägliches Update um 10.00 Uhr auf www.sozialministerium.at.Die AGES hat eine Hotline eingerichtet: 0800 555 621 (Mo–Fr, 9–17 Uhr)
  • Plädoyer der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) für Impfung gegen saisonale Grippe, speziell für COPD-Patienten, Herzkranke, Diabetiker sowie Frauen, die schwanger werden wollen. (www.anaesthesie.news)

++ Update 28.01.2020 – Verdachtsfälle in Österreich haben sich nicht bestätigt – Weitere Tote in China
  • Die beiden Coronavirus-Verdachtsfälle in Wien haben sich als negativ herausgestellt. Wie es aus dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hieß, haben sich weder der behandelte Mann noch die Frau mit dem neuen Virus infiziert. Derzeit gibt es keinen weiteren Verdachtsfall in der Bundeshauptstadt.  (APA)
  • Bestätigter Verdacht in Bayern.
  • Rasante Ausbreitung in China. Insgesamt 4.515 Erkrankungen, 106 Todesfälle, davon ein Todesfall in Peking

27.01.2020 In China ist die Zahl der bestätigten Infektionen durch das neuartige Coronavirus „2019-nCoV“ auf knapp 2800, die Zahl der Toten auf 80 gestiegen. In Österreich werden derzeit weitere Verdachtsfälle – nach zwei Entwarnungen – untersucht.

Die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit in China ist bis Montag, 27. Jänner 2020, um 24 auf 80 gestiegen. Innerhalb eines Tages kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus um mehr als 700 auf 2.744, wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf die Behörden berichtete. In Wien gab es laut einem ORF-Bericht zwei neue Verdachtsfälle, nachdem es bis Montagvormittag zwei Entwarnungen gegeben hatte.

Information für medizinisches Fachpersonal

Das Sozial- und Gesundheitsministerium hat eine Verordnung zur Einführung einer amtlichen Meldepflicht für Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle durch 2019-nCoV mit Informationen für medizinisches Fachpersonal erlassen und informiert wie folgt:

Eine spezifische Untersuchung auf eine Erkrankung durch 2019-nCoV muss durchgeführt werden bei

1. einer Person, die an einer akuten respiratorischen Infektion mit oder ohne Fieber (≥ 38°C) und mit oder ohne Husten leidet UND

ODER

2. einer Person mit akuter respiratorischer Symptomatik von beliebigem Schweregrad UND

  •  die innerhalb von 14 Tagen vor Krankheitsbeginn engen Kontakt zu einem bestätigten 2019-nCoV-Fall hatte.

Atypische Präsentationen bei immunsupprimierten Personen sind zu bedenken!

Bestätigter Fall: Eine Person mit einem labordiagnostischen Nachweis des 2019-nCoV.

Ein entsprechender Virusnukleinsäure-Nachweis ist nach telefonischer Rücksprache am Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien möglich:

Tel.: 01/40160 65517
https://www.virologie.meduniwien.ac.at/

Außerhalb von China bisher rund 40 Fälle

Außerhalb von China wurden bisher rund 40 Fälle bestätigt. Damit ist die Zahl der Erkrankten bei insgesamt fast 2.800. Die Zahl der Infizierten in China kann noch weiter stark steigen, da es nach diesen Angaben rund 5.800 Verdachtsfälle gibt, wo die Diagnose noch nicht abgeschlossen ist. In Hongkong, Taiwan und Macao gibt es zudem 17 bestätigte Erkrankungen. Von den Patienten in China sind 461 schwer erkrankt. Allein in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo der Erreger vermutlich erstmals vom Tier auf den Menschen übersprang, ist der Zustand von 69 Erkrankten kritisch.
Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung der Lungenkrankheit hat China drastische Maßnahmen ergriffen. Die Regierung in Peking kündigte nun auch an, dass die Ferien über das laufende Neujahrsfest bis einschließlich Sonntag verlängert werden. Das Virus ist inzwischen in fast jeder Provinz oder Region des Landes aufgetaucht.
„Die Lage ist angespannt, aber die Stimmung dort ist ruhig“, beschrieb der chinesische Botschafter in Österreich, Li Xiaosi, am Sonntagabend, 26. Jänner 2020, in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ die Situation in der Stadt Wuhan, aus der er auch selbst stammt. Er betonte, dass China eine „sehr transparente Informationspolitik“ betreibe.
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, schrieb am Sonntag, 26. Jänner 2020, auf Twitter, dass er „auf dem Weg nach Peking“ sei. Er wolle dort mit Vertretern der Regierung und Gesundheitsexperten über die jüngsten Entwicklungen und die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus beraten. Botschafter Li hob den „engen Kontakt mit der WHO“ hervor.

KAV-Chef: „Wir müssen sehr aufmerksam sein“

Der medizinische Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), Dr. Michael Binder, berichtete in der ORF-Sendung von einem weiteren Verdachtsfall in der österreichischen Hauptstadt. „Wir müssen sehr aufmerksam sein“, sagte er. Für die Österreicher bestehe aber kein Grund zur Sorge.
Bei der zweiten Person handle es sich um eine Wien lebende chinesische Staatsbürgerin, die in China Urlaub gemacht habe. Die Patientin sei nicht lebensbedrohlich erkrankt, berichtete Binder. Die Frau befindet sich in Isolation im Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ). Montagvormittag gab es dann auch im zweiten Verdachtsfall eine Entwarnung. Im ersten Verdachtsfall hatte das Wiener Gemeindespital bereits am Sonntagabend Entwarnung gegeben.

Jedoch gibt es laut einem ORF-Bericht zwei neue Verdachtsfälle: eine Frau und ein Mann, die nach China-Reisen unabhängig voneinander mit Fieber und Husten zwei Spitäler aufgesucht hatten – einmal das AKH Wien und einmal das KFJ. Mittlerweile seien beide im KFJ auf der Isolierstation.

Einsatzstab mit fünf Ministerien

Heute tagt außerdem ein Einsatzstab im Innenministerium, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Insgesamt sind daran fünf Ministerien beteiligt. „Das ist eine Gruppe, die in Krisensituationen oder wenn Krisen entstehen könnten, zusammenkommt“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. „Falls es einen Fall gibt, wollen wir in allen Bereichen bestens vorbereitet sein.“ Zu derartigen Lagebesprechungen komme es relativ häufig. Im Laufe des Tages sollen daraus auch Handlungsempfehlungen resultieren.
In China selbst sind bisher keine Österreicher von dem Coronavirus „akut betroffen“. In der besonders betroffenen Region Hubei leben laut Außenministerium keine Auslandsösterreicher, die Stadt Wuhan sei keine Touristenregion. In Gesamt-China halten sich derzeit rund 3.000 Österreicher auf – sowohl Auslandsösterreicher als auch Touristen.

Aufruf zur Grippe-Impfung

Gesundheitsminister Anschober weist in einer Aussendung am Montagvormittag darauf hin, dass die „echte Grippe“ aktuell „viel näher“ und dadurch derzeit problematischer als das Coronavirus sei. Zehntausende Menschen in Österreich sind an Grippe erkrankt, Anschober ruft daher zur Influenza-Impfung auf. Laut Expertenschätzungen sind in der vorigen Grippesaison mehr als 1.000 Menschen an den Folgen der Grippe gestorben. „Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit dem Coronavirus in Österreich ist derzeit gering und wir sind gut auf eine allfällige Ausbreitung des Virus vorbereitet“, betont der Bundesminister. Derzeit gebe es in Österreich keine bestätigten Fälle, „Österreichs Gesundheitsbehörden sind mit den relevanten Gremien im Rahmen der WHO- und der EU-Mitgliedschaft ausgezeichnet vernetzt und in permanenter Abstimmung. Die echte Grippe ist aktuell bei uns viel näher und gefährlicher als das Coronavirus, man kann sich aber schützen. Den wirksamsten Schutz bietet die Influenza-Impfung – auch während der Grippesaison.“

Was man bisher weiß

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) informiert auf ihrer Homepage über den aktuellen Stand zum Coronavirus:
Seit Dezember 2019 konnten die Gesundheitsbehörden eine Häufung von Fällen von Pneumonie in der chinesischen Stadt Wuhan, Provinz Hubei, beobachten. Alle Patienten waren zwei bis 14 Tage vor Auftreten der Krankheitssymptome in Wuhan City auf einem Markt für Meeresfrüchte und exotische Wildtiere wie Füchse, Krokodile, Schlangen, Pfaue. Als verursachendes Agens wurde ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) ausgemacht, das mit dem SARS-Coronavirus eng verwandt ist.
Der Übertragungsweg erfolgt von Mensch zu Mensch oder über direkten Kontakt von Tier zu Mensch, wobei Personen mit Grunderkrankungen ein höheres Infektionsrisiko haben. Nach bisher vorliegenden Informationen scheint das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch deutlich niedriger zu sein als bei der saisonalen Grippe. Handelswaren aus China dürften kein Risiko darstellen.

Annahme: Mortalität bis zu drei Prozent

Die Gefährlichkeit des neuartigen Coronavirus ist derzeit noch nicht genau abzusehen. Sie scheint jedoch deutlich niedriger zu sein als beim MERS-CoV (bis zu 30 Prozent Sterblichkeit) und SARS-CoV (zirka zehn Prozent Sterblichkeit). Derzeit geht man beim 2019-nCoV von einer Mortalität von bis zu drei Prozent aus. Ähnlich wie bei der saisonalen Influenza (mit einer Sterblichkeit von unter einem Prozent) sind vor allem ältere Menschen und immungeschwächte Personen betroffen.

Impfstoff gibt es keinen, die Behandlung erfolgt symptomatisch. Die drei wichtigsten Schutzmaßnahmen:

  • Händewaschen mehrmals täglich mit Wasser und Seife
  • Bedecken des Mundes und der Nase mit Papiertaschentuch (nicht mit den Händen) beim Husten oder Niesen
  • Direkten Kontakt zu kranken Menschen vermeiden

Mehr Infos und Video auf: https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/

Quellen:

 

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