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Mutation bei chronisch lymphatischer Leukämie

Im Fachmagazin Nature publizierten US-amerikanische Wissenschaftler unter Beteiligung österreichischer Forscher eine Studie, in der sie bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) auftretende Mutationen untersucht hatten.

Foto: BilderBox.com
US-amerikanische und österreichische Wissenschaftler untersuchten Genveränderungen bei chronischer lymphatischer Leukämie und fanden neue Mutationen in meist altbekannten Signal- und Stoffwechselwegen.

 

Die Forscher um Catherine Wu vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston (USA) identifizieren bei der Entstehung von CLL maßgeblich beteiligte, wiederkehrende Genmutationen, wobei es sich meist um einschlägig bekannte Signal- und Stoffwechselwege handelte. Die Untersuchung, an der auch der österreichische Biomathematiker Martin Nowak von der Harvard University und Johannes Reiter vom Institut of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg beteiligt waren, ergab zudem, dass sich die Krebszellen bei einem Rezidiv massiv weiterentwickelt haben.

Der Vergleich der Gensequenzen von 538 Proben mit den dazugehörigen "Normalsequenzen" vor oder nach einer standardmäßigen Kombinationstherapie mit drei Wirkstoffen ergab 44 Genveränderungen, die als "Hauptakteure" bei der Entstehung von CLL fungieren, wobei von diesen 18 zuvor noch nicht als solche erkannt worden waren. Darüber hinaus wurden 26 Gene mit "Nebenrollen" identifiziert.

Bei der hoch malignen CLL waren in der Regel mehr Hauptakteure verändert als bei der niedrig malignen Form. Viele der maßgeblich krebsfördernden Gene sind den Wissenschaftlern zufolge an Stoffwechsel- und Signalwegen wie MYC, MAPK-ERK, RNA Reifung, DNA Reparatur, B-Zell Entwicklung und Aktivierung beteiligt, deren tragende Rollen in der Krebsentstehung bereits bekannt sind. Andere solche Gene waren zwar nicht verändert, aber vermehrt worden, erklärten die Forscher.

Kam es nach der Therapie zu einem Rezidiv, war in 57 von 59 Fällen das Verhältnis der Zellen mit unterschiedlichen Mutationen verschoben. Die Forscher gehen nun davon aus, dass sich die Leukämiezellen in der Regel "weiterentwickeln". Allerdings sei es bei einem Drittel der Fälle vorhersehbar, welche Zellen nach einem Rezidiv vorherrschen. Dies könne man bei der Therapie berücksichtigen.

Dan A. Landau, Eugen Tausch, Amaro N. Taylor-Weiner, Chip Stewart, Johannes G. Reiter, Jasmin Bahlo, Sandra Kluth, Ivana Bozic, Mike Lawrence, Sebastian Böttcher, Scott L. Carter, Kristian Cibulskis, Daniel Mertens, Carrie L. Sougnez, Mara Rosenberg, Julian M. Hess, Jennifer Edelmann, Sabrina Kless, Michael Kneba, Matthias Ritgen, Anna Fink, Kirsten Fischer, Stacey Gabriel, Eric S. Lander, Martin A. Nowak et al.
Mutations driving CLL and their evolution in progression and relapse
Nature, Published online 14 October 2015, doi:10.1038/nature15395

Quelle: APA

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