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Podcast: Thrombose, Hämophilie und Schlaganfall bei Kindern

In dieser Folge des Medonline-Konferenzpodcasts geben wir einen Überblick über pädiatrische Aspekte, die beim GTH 2018 thematisiert wurden.

Bei Patienten mit Thromboseneigung spielen oft angeborene Faktoren eine Rolle. Obwohl Thrombosen im Kindesalten selten sind, werden Pädiater immer wieder mit diesem Thema konfrontiert. Nicht zuletzt, weil Eltern, die Merkmalsträger sind eine Abklärung wünschen.

Thromboseneigung bei Kindern

Professor Werner Streif von der Medizinischen Universität Innsbruck empfiehlt, Kinder nur in Ausnahmefällen genetisch zu untersuchen. Angeborene Risiken manifestieren sich erst im Erwachsenenalter, ist er überzeugt. Erworbene Risikofaktoren wie Übergewicht oder Nikotinkonsum sind da relevanter. Auch Teenager-Mädchen ohne erworbene Risikofaktoren sollen nicht routinemäßig getestet werden. Die Konsequenz ist oft, dass diesen Patientinnen die orale Kontrazeption verweigert wird. Streif schätzt das Risiko der Pille danach, einer Schwangerschaft oder eines Aborts höher ein. Wenn Geschwisterkinder Thrombosen hatten, ein Herzfehler vorliegt oder eine Intervention ansteht, wäre die Risikoabklärung indiziert.

Auf Ängste der Eltern eingehen

Oft wissen Eltern, dass sie Merkmalsträger sind und wünschen sich eine Abklärung, die nicht indiziert ist und keine klinischen Konsequenzen hätte. Bei Eltern, die sich Sorgen machen, reicht es oft schon, ihnen eine Handynummer zu geben, die sie im Notfall anrufen können.

Hämophilie bei Kindern

Häufiger als Thrombosen im Kindesalter ist die Hämophilie. Kinder mit einer starken Blutungsneigung bei oder nach der Geburt oder einer Hämatomneigung, wenn sie beginnen sich aufzurichten, sollen in einem spezialisierten Krankenhaus abgeklärt werden. Spezialisten sollten eine adäquate Prophylaxe empfehlen. Aktuelle Präparate mit einer größeren Halbwertszeit erlauben größere Intervalle bei der Faktorgabe. Auch orale Therapien für Kinder befinden sich in der Pipeline, die Studienlage sei vielversprechend, weiß Dr. Susan Halimeh. Bis es so weit ist, können viele Kinder lernen, sich die Medikamente selbst zu verabreichen, sagt Study Nurse Eva Wissmann.

Verbesserungspotenzial bei Schlaganfällen

Während sich die Therapie der Hämophilie stetig verbessert, gibt es bei Schlaganfällen im Kindesalter noch viel zu tun. So würde die Hälfte der Kinder nicht innerhalb eines therapierelevanten Zeitfensters diagnostiziert. Dr. Martin Oliveri, Leiter der Pediatric Stroke Unit in München, wünscht sich standardisierte Abläufe und die Schaffung von spezialisierten Zentren, um die Outcomes zu verbessern.

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