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Erhöhtes VTE- und Blutungsrisiko bei Rückenmarksverletzungen während der Rehabilitation

Patienten mit Rückenmarksverletzungen haben ein erhöhtes Thrombose- und Blutungsrisiko. Die bisherigen Daten zum Risiko während eines Rehabilitationsaufenthalts sind jedoch inkonsistent und die Strategien zur Thromboseprophylaxe sind heterogen.
Die Ergebnisse der Studie von Steinbrecher et al. (OC 8.5) zeigten, dass Patienten mit Rückenmarksverletzungen trotz Thromboseprophylaxe mit Heparin während der Rehabilitation sowohl ein erhöhtes VTE-Risiko, als auch ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Direkte orale Antikoagulantien, die ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil haben und bequemer anzuwenden sind, sollten für die Thromboseprophylaxe bei diesen Patienten in Betracht gezogen werden.

Methode und Ergebnisse

Um das Thromobse- und Blutungsrisiko der Patienten während der Rehabilitation beurteilen zu können, wurden retrospektiv Daten von 263 Patienten mit Rückenmarksverletzungen, die zwischen 2007 und 2017 in einem Rehabilitationszentrum aufgenommen wurden, gesammelt. Patienten mit akuter venöser Thromboembolie (VTE) im ersten Zentrum, ohne akutes Trauma oder Parese der unteren Extremitäten, mit später Einweisung nach dem akuten Trauma, mit Rehabilitationsaufenthalt < 1 Monat oder unter Langzeit-Antikoagulation wurden von der Untersuchung ausgeschlossen. Alle Patienten erhielten während des Rehabilitationsaufenthalts pharmakologische Thromboseprophylaxe. Primärer Endpunkt war eine diagnostizierte tiefe Beinvenenthrombose oder pulmonale Embolie. Sekundärer Endpunkt war das Auftreten einer Blutung.
Von 185 Patienten waren 162 (88%) männlich, das durchschnittliche Alter betrug 47,8 Jahre. 94 Patienten waren Tetraplegiker, 91 ein Paraplegiker. Nach einer durchschnittlichen Rehabilitationszeit von 5,1 + 2,1 Monaten traten bei 8 Patienten VTE auf. Die Wahrscheinlichkeit für eine VTE nach 6 Monaten betrug 4,7% (95% CI 1.4–7.9%). Nur hohe D-Dimer-Werte bei der Einweisung waren signifikant mit einem VTE-Risiko assoziiert (adjustierte HR 2,3, 95% CI 1.4–4.1). Von 24 Blutungen traten 14 (64%) an der Heparin-Injektionsstelle auf. 6 Patienten hatten Blutungen an anderen Stellen, bei 2 Patienten kam es zu schweren Blutungen.

Referenz:
Steinbrecher O et al., Abstract OC 8.5: Risk of venous thromboembolism during rehabilitation of patients with spinal cord

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