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Die tragischen Helden des H. pylori

1892 spürte ein Italiener Helicobacter pylori auf, doch das Dogma des sterilen Magens fiel nicht. Noch um 1960 lehnte die Hautevolee der Medizin einen griechischen Praktiker ab, der 30.000 Ulkuspatienten heilte. (Medical Tribune 29/2017)

Echte Helden: Warren (li.) & Marshall kassierten 2005 den Nobelpreis.
Echte Helden: Warren (li.) & Marshall kassierten 2005 den Nobelpreis.

Völlig zu Recht hätten die beiden Aus­tralier J. Robin Warren und Barry J. Marshall 2005 den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung von Helico­bacter pylori (Hp) erhalten, meint Prim. Univ.-Doz. Dr. Michael Gschwantler auf der 50. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) in Linz. „Denn gegen großen wissenschaftlichen Widerstand haben sie ihre Idee konsequent weiterverfolgt“, argumentiert der Leiter der 4. Medizinischen Abteilung mit Gastroenterologie, Hepatologie, Endoskopie und Ambulanz, Wilhelminenspital Wien, „und vielleicht ist es auch kein Zufall, dass die beiden nicht von einer renommierten Universitätsklinik und schon gar nicht aus einer etablierten Arbeitsgruppe gekommen sind, sondern von einem kleinen Provinzspital, wo sie die Freiheit hatten, ohne Erfolgsdruck einer Hypothese nachzugehen.“

Pathologe Warren beobachtete 1979 „komische“ spiralförmige Bakterien auf der Magenschleimhaut von Gastritis-Patienten. Seine Idee, die Bakterien könnten kausal mit der Gastritis zusammenhängen, erntete nur Kopfschütteln: Unmöglich, denn der Magen – so das Dogma – ist steril. Er selbst, erinnert sich Gschwantler, habe noch Anfang der 1980er im Medizinstudium gelernt, dass die gastroduodenale Ulkuskrankheit eine Störung des komplexen Wechselspiels zwischen schleimhautaggressiven und -defensiven Faktoren sei.

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