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Clostridium spricht auch auf Tiefkühlstuhl an

Antikörpertherapie, Stuhltransplantation oder doch Antibiotika? Am Österreichischen Infektionskongress ÖGIT wurde ein Überblick über neuere Studien vermittelt, die sich mit der Behandlung von Clostridium-difficile-Infektionen beschäftigen. (Medical Tribune 17/2017)

Bis zu fünf Prozent der gesunden Bevölkerung beherbergen diesen Keim.
Bis zu fünf Prozent der gesunden Bevölkerung beherbergen diesen Keim.

Infektionen mit Clostridium difficile (CD) sind die häufigste Ursache einer nosokomialen Diarrhö. Für die meisten Menschen ist das anaerobe Stäbchen jedoch ein harmloser Darmbewohner. Je nach Population sind bis zu fünf Prozent der gesunden Bevölkerung mit dem Erreger kolonisiert.  „Ein wesentlicher Faktor, der darüber entscheidet, ob jemand erkrankt und wie schwer die Krankheit verläuft, ist die Produktion von Antikörpern gegen Toxin A und Toxin B“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Günter Weiss, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin VI, Medizinische Universität Innsbruck, der die aktuellen Arbeiten zum Thema Clostridien-Infektionen am österreichischen Infektionskongress in Saalfelden vorstellte.

Kann man diesen Mechanismus auch therapeutisch nutzen und durch Bindung von Toxin A und B eine Reduktion der Krankheitsschwere und des Rezidivrisikos erreichen? Bereits 2010 konnte in einer Studie an 200 Patienten mit Clostridium-diffi­cile-assoziierter Diarrhö (CDAD) gezeigt werden, dass Studienteilnehmer, die zusätzlich zu einer antibiotischen Therapie mit Vancomycin oder Metronidazol monoklonale Antikörper gegen die beiden Toxine erhielten, im Untersuchungszeitraum von 84 Tagen signifikant seltener ein Rezidiv bekamen (7 % vs. 25 %). Die im Vorjahr erschienenen Ergebnisse von zwei doppelblinden, randomisierten Phase-III-Studien legen nun nahe, dass der entscheidende Faktor in der Immuntherapie Antikörper gegen Toxin B sein dürften: In MODIFY I und II bekamen 2655 Erwachsene mit einer CD-Infektion neben einer Standardantibiotikatherapie auch eine Infusion mit entweder Bezlotoxumab (Antikörper gegen Toxin B), Actoxumab (Antikörper gegen Toxin A), beiden Antikörpern oder Placebo.

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