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Magenkarzinom: H. pylori eradizieren

Ein systematisches Review und eine Meta-Analyse, die am 22. Juli 2015 online in der Cochrane Library veröffentlicht wurde, ergab, dass die Eradikation von Helicobacter pylori bei asymptomatischen Erwachsenen mit einer geringen Verringerung der Inzidenz von Magenkarzinomen assoziiert ist.

Bild: Boreali, www.gastrolab.net via Wikimedia Commons
Die Eradikation von Helicobacter pylori geht bei asymptomatischen Erwachsenen mit einer Reduktion der Magenkrebs-Inzidenz einher. Dies betrifft vorwiegend asiatische Probanden.

 

Eine chronische Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori zählt zu den bedeutendsten Rikofaktoren für die Entstehung von Magenkrebs, der weltweit dritthäufigsten Todesursache aufgrund einer malignen Erkrankung. Jährlich gehen 750.000 Todesfälle auf das Konto von Magenkarzinomen (Ferlay 2010).

Therapie eines Magenkarzinoms häufig nicht von Erfolg gekrönt

Beinahe jeder zweite Magenkrebs ist zum Zeitpunkt der Diagnose bereits inoperabel (Lello 2007) und die Fünf-Jahres-Überlebensrate der Betroffenen geht gegen Null. Ist eine Operation möglich, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate immerhin 20 bis 30 Prozent (Cunningham 2005).

H. pylori-Eradikation hat kleinen Vorteil bei der Verhinderung von Magenkrebs

Alexander Ford führte mit seinen Kollegen eine Meta-Analyse durch, um herauszufinden, ob eine Eradikation von Helicobacter pylori im Vergleich mit der Gabe von Placebo oder keiner Therapie mit einer Reduktion der Magenkrebs-Inzidenz assoziiert ist. Die Forscher fanden heraus, dass die H. pylori-Eradikation bei gesunden, asymptomatischen, infizierten Personen einen kleinen, aber statistisch signifikanten Vorteil bei der Verhinderung von Magenkrebs bringt.

Die Daten der untersuchten Studien liefern eine begrenzte Evidenz von mittlerer Qualität, dass die Suche nach und die Eradikation von H. pylori bei gesunden, asymptomatischen Menschen, die mit dem Bakterium infiziert sind, das spätere Auftreten eines Magenkarzinoms reduziert. Nur eine einzige Studie, die mit nicht-asiatischen Probanden durchgeführt wurde, konnte keinen Vorteil der Eradikation belegen. Die Forscher gehen daher davon aus, dass sich die Ergebnisse nicht unbedingt auf den Rest der Welt umlegen lassen.

Insgesamt deuten die Ergebnisse der systematischen Überprüfung und Meta-Analyse darauf hin, dass die Eradikation von H. pylori vor allem in der allgemeinen asiatischen Bevölkerung das Potenzial zur Verhinderung von Magenkrebs hat.

Die Wissenschaftler konnten anhand der vorhandenen Studien aber weder bestätigen noch widerlegen, ob ein Vorteil der H. pylori-Eradikation vom Vorhandensein oder der Abwesenheit präneoplastischer Läsionen an der Basislinie abging.

Alexander C Ford, David Forman, Richard Hunt, Yuhong Yuan, Paul Moayyed
Helicobacter pylori eradication for the prevention of gastric neoplasia
The Cochrane Library, Published Online: 22 JUL 2015, DOI: 10.1002/14651858.CD005583.pub2

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