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Weniger Zucker in der Ernährung: Es geht!

Diabetes Softdrinks

Gezuckerte Getränke werden mit der zunehmenden Prävalenz von Adipositas und Typ-2-Diabetes nicht nur bei Kindern und Jugendlichen in Verbindung gebracht. Die Reduktion des Konsums dieser Getränke ist daher ein wichtiges Präventionsziel. Aktuelle Studiendaten aus Österreich legen nahe, dass dieses Präventionsziel mit Public Health Strategien erreicht werden kann.

Zuckerreduktion durch Intervention in Schulen

Unterschiedliche Strategien zur Reduktion des Zuckerkonsums werden diskutiert – beispielsweise Verbote an Schulen oder durch Sondersteuern erhöhte Preise. Ein weniger drastischer Weg sind an Schulen durchgeführte Informations- und Präventionsprogramme. Eine solche Intervention, der „Trink- und Jausenführerschein“, wurde im Rahmen einer Studie mit 18 Klassen mit 344 SchülerInnen im Alter von zehn Jahren aus sieben Wiener Schulen untersucht und die Ergebnisse im Rahmen der diesjährigen Tagung der Österreichischen Diabetesgesellschaft präsentiert.1 Die Intervention wurde von den Pädagoginnen der Schule durchgeführt. Mittels eines Fragebogens wurde der BMI der teilnehmenden Schüler sowie die Menge über gezuckerte Produkte konsumierten Zuckers erhoben.
Die Intervention erwies sich als wirksam. Sowohl in der Interventionsgruppe (IG; n = 240) als auch in einer Kontrollgruppe nahm der Zuckerkonsum während der Studie ab. Dies allerdings deutlicher in der Interventionsgruppe. Erreicht wurde eine signifikante Reduktion von 13 Prozent in der IG und von sechs Prozent in der KG (p = 0,001), was einer signifikanten Reduktion der Zuckeraufnahme in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe um 10,1 Prozent entspricht. Die Zuckerreduktion wurde vor allem durch reduzierten Konsum von Süßigkeiten & Mehlspeisen sowie von Limonaden erreicht.

Das zuckerreduzierte Angebot wird größer

Eine weitere im Rahmen der ÖDG-Tagung vorgestellte Arbeit<2 zeigte, dass gegenwärtig ein Trend zu weniger zuckerhaltigen Getränken besteht; dass entsprechende Public Health Strategien – wenn auch langsam – Wirkung zeigen. Die Daten wurden anhand der 2010 implementierten Getränkeliste berechnet, für die jährlich das Getränkeangebot durch Recherche im Handel und in der Industrie erhoben wird. In der nun präsentierten Analyse wurden 550 Getränke erfasst. Die Auswertung ergab einen absoluten Rückgang des Zuckergehalts um 0,78 g/100 ml bzw. um 10,4 Prozent. In einem hinsichtlich des Fruchtgehalts adjustierten Modell lag die Reduktion bei 4,1 Prozent. Darüber hinaus ist auch der Anteil an mit Süßstoffen gesüßten Getränken am Getränkeangebot zurückgegangen. Getränke mit niedrigem Zuckergehalt, die auch keine Süßstoffen enthalten, machen heute 56 Prozent des Angebots aus. Das entspricht im Vergleich zu 2010 einer Steigerung um 13 Prozent.

Referenzen:
1 Winzer E et al. Zuckerreduktion mit Hilfe eines schulischen Ernährungsbildungsprogramms. ÖDG 2017, freie Vorträge 1, Wien Klin Wochenschr (2017) 129: S159–S184
2) Luger M. et a. Zuckerreduktion in Getränken mit Hilfe einer Public Health Strategie. ÖDG 2017, freie Vorträge 3, Wien Klin Wochenschr (2017) 129: S159–S184

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