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Faktoren zur Bewertung des kardiovaskulären Risikos

Eine Untersuchung von Beroluci und Rocha beschäftigte sich mit der Frage, welche Faktoren zur Einschätzung des kardiovaskulären Risikos bei Patienten mit Typ-2-Diabetes geeignet sind.

FOTO: GETTYIMAGES/ISMAGILOVPatienten mit Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM) haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes kardiovaskuläres Risiko im Vergleich zu Gesunden. Rezente Studien zeigten allerdings, dass ein signifikanter Anteil dieser Patienten nur ein geringes kardiovaskuläres Risiko hat: Männer unter 35 Jahren, Frauen unter 45 Jahren sowie Patienten, die kürzer als zehn Jahre an T2DM erkrankt sind und keine weiteren Risikofaktoren aufweisen, haben ein weit geringeres Risiko als Patienten mit klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren und latenter oder gesicherter koronarer Herzkrankheit (KHK). Diese Patienten dürfen nicht als gleichwertig betrachtet werden, sondern müssen einer höheren Risikokategorie zugeordnet werden.
In rezenten Leitlinien wird eine Risikostratifikation als Primärprävention empfohlen. Die Stratifizierung von Patienten mit T2DM verbessert die Genauigkeit bei der Vorhersage von latenter KHK, stummer Ischämie und zukünftigen kardiovaskulären Ereignissen. Zusätzlich werden dadurch Patienten mit höherem Risiko, die eine intensive Therapie mit Statinen oder Aspirin benötigen könnten, von jenen mit niedrigerem Risiko getrennt, während eine Übertherapie in den niedrigeren Risikoklassen vermieden wird. Außerdem kann dem Kliniker bei der Entscheidung geholfen werden, ob die Maßnahmen zur Risikoreduktion durch den Einsatz spezifischer neuerer Medikamente zur Glukosekontrolle, wie SGLT-2-Inhibitoren oder GLP-1-Agonisten, die kürzlich eine zusätzliche kardiovaskuläre Schutzwirkung gezeigt haben, verstärkt werden sollen.
Ein Review von Bertoluci und Rocha fokussierte sich auf die Auswirkungen des globalen kardiovaskulären Risikos und die Rolle des Nachweises einer latenten Atherosklerose und stummen Ischämie bei asymptomatischen Patienten mit Diabetes.

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