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Diabetes: Nützliche Nebenwirkung

BlutzuckerNeue Therapieoptionen bei Typ-2-Diabetes zeigen günstige metabolische Wirkungen und lassen daher eine Steigerung der Therapieadhärenz erwarten.

Das Management von Typ- 2-Diabetes ist mit mehreren Schlüsselherausforderungen assoziiert. Die größte davon ist die progrediente Abnahme der Betazellfunktion und die damit verbundene kontinuierliche Verschlechterung der Metabolik mit wahrscheinlicher Manifestation von Spätschäden. Inwiefern nun neue Therapien zu einer Lösung dieses Problems führen, wird sich in den nächsten Jahren erweisen.
Die frühzeitige Normalisierung des Blutzuckers scheint nach neuen Erkenntnissen ein wesentlicher Faktor für eine bessere kardiovaskuläre Prognose zu sein („Metabolic Memory“). Fest steht in jedem Fall, dass neue Therapieoptionen wie DPP-4-Hemmer und GLP-1-Analoga, deren Wirkung auf dem Inkretinprinzip basiert, und SGLT2-Inhibitoren, die die Nierenfunktion beeinflussen und die Glukosurie steigern, günstige metabolische Wirkungen zeigen. Vor allem die Wirkung auf das Gewicht (unter DPP-4-Hemmern keine Zunahme, unter GLP- 1-Analoga und SGLT-2-Inhibitoren Abnahme) und das fehlende Potenzial für Hypoglykämien erfüllen die Kriterien einer modernen Diabetestherapie. Eine Steigerung der Therapieadhärenz für diese Therapieformen ist daher zu erwarten. Inwiefern die Nebenwirkungen beider Substanzen zu Einschränkungen der Anwendung führen können, wird sich bei breitem Einsatz dieser Medikamente erweisen.

Inkretine

Zwei Darmhormone, die nach Nahrungszufuhr in das Kreislaufsystem freigesetzt werden, „glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid (GIP)“ und „Glukagon-like Peptid 1 (GLP-1)“, spielen bei der Aufrechterhaltung der Glukosehomöostase eine wichtige Rolle. Sie sind für 50 bis 70 Prozent der Insulinsekretion nach Nahrungszufuhr verantwortlich.
Humanes GLP-1 hat mehrere positive Effekte auf physiologische Funktionen, die durch den GLP-1-Rezeptor vermittelt werden, wie glukoseabhängige Steigerung der Insulinsekretion, Suppression der postprandialen Glukagonsekretion, Verzögerung der Magenentleerung, über eine zentralnervöse Wirkung Abnahme des Appetits und andere. Patienten mit Typ-2-Diabetes weisen eine verminderte Inkretinfunktion auf, die sich vor allem durch eine reduzierte GLP-1-Response nach Nahrungszufuhr im Sinne einer herabgesetzten insulinotropen und glukagonsupprimierenden Wirkung und einer pankreatischen GIP-Resistenz abbildet. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, inkretinbasierte Therapien als sinnvolle Ergänzung in die Diabetestherapie zu integrieren.

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