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Schmerzen aus dem Unterbauch

Illustration: Kim Novak„Seit 3 Tagen kommen diese Schmerzen immer wieder, es sticht und zieht sogar manchmal bis in den Rücken“, klagt Frau P. (72 J.) Ihnen ihr Leid und zeigt auf den linken Unterbauch. „Seit gestern hab ich auch Fieber und Schüttelfrost.“ Bei der weiteren Anamnese erfahren Sie nebenbei, dass sie bereits seit Jahren unter Verstopfung leide. Trotz zahlreicher Mittelchen blieb der gewünschte Erfolg aber aus. Die gesprächige Dame erzählt Ihnen weiter, dass sie bereits seit langem versucht, etwas gesünder zu leben, vor allem das Rauchen möchte sie lassen, aber so recht gelingt es ihr nicht. Die Untersuchung stellt sich bei der beleibten Dame etwas schwierig dar. Dennoch können Sie einen Palpationsschmerz im linken unteren Quadranten und eine Abwehrspannung ausmachen, außerdem scheinen Ihnen die Darmgeräusche reduziert. DRU: Hämorrhoiden 1. Grades, keine frische Blutung. Vorerkrankungen: PAVK, KHK, DM II. RR 140/90 mmHg, P 110, Temp: 38,7°C; BB: CRP-Erhöhung und Leukozytose. Benötigen Sie weitere Untersuchungen? Was ist Ihre Verdachts-diagnose und welche Therapie leiten Sie ein?

„Die Diagnose einer Divertikulitis ist hier recht eindeutig zu stellen“

Doz. Dr. Albert Propst
FA f. Innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie, Innsbruck
Aufgrund der rezidivierenden Schmerzen im linken Unterbauch, des Druckschmerzes in dieser Region, des Alters der Patientin und der Laborparameter ist die Diagnose einer Divertikulitis als Ursache der Beschwerden recht eindeutig zu stellen. Da Fieber und Entzündungsparameter vorliegen, muss eine systemische Antibiotikatherapie eingeleitet werden, am besten mit Ciprofloxacin 500mg 2x1 sowie Metronidazol 500mg 2x1 über zumindest 7 bis 10 Tage.

Weitere Untersuchungen sind für das Akutereignis zunächst nicht erforderlich, im Verlauf ist jedoch eine computertomografische Untersuchung zur Beurteilung der möglichen entzündlichen Infiltration außerhalb des Darmes im anliegenden Fettgewebe sinnvoll, sollte es bisher nicht geschehen sein, auch eine Coloskopie, da die Patientin ja auch unter Verstopfung leidet. Dies kann neben einer durch den Diabetes bedingten Motilitätsstörung durchaus auch durch eine Engstelle im Bereich der Sigmadivertikulose bzw. Sigmadivertikulitis bedingt sein, welche im Rahmen der immer wieder auftretenden Entzündung durch Vernarbungen eintritt. Sollte eine solche Engstelle nachgewiesen werden und die Entzündung mehr als 2x jährlich auftreten, müsste eine Sigmaresektion empfohlen werden.

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