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Symptomloses Loch im Trommelfell

CMOM - Hinter Schwerhörigkeit kann eine chronisch mesotympanale Otitis media (CMOM) stecken: Die chronische Schleimhauteiterung ist zunächst meist nicht schmerzhaft. Später fallen Symptome wie Sekretion aus dem Ohr, Hörminderung, Tinnitus und Schwindel auf. (Medical Tribune 28/2017)

Dass der Patient keine Schmerzen hat, bedeutet nicht, dass sein Trommelfell so intakt aussieht wie in dieser Abbildung.
Dass der Patient keine Schmerzen hat, bedeutet nicht, dass sein Trommelfell so intakt aussieht wie in dieser Abbildung.

„In vielen Fällen stellt der Hausarzt die Verdachtsdiagnose CMOM, wenn er ein Loch im Trommelfell entdeckt, ohne dass ein Trauma vorangegangen ist“, erklärt Dr. Klemens Dejakum, HNO-Abteilung am a.ö. Bezirkskrankenhaus Kufstein. Ursache des persistierenden zentralen Trommelfelldefekts ist eine chronisch anhaltende bzw. wiederkehrende Entzündung der Mittelohrschleimhaut. Als wichtigste Faktoren gelten eine unzureichende Belüftung des Mittelohres durch Tubenfunktionsstörung bzw. konstitutionelle Schleimhauterkrankungen. Dejakum: „Bei Kindern können vergrößerte Polypen im Nasen-Rachen-Raum die Ursache sein. Gelangen Bakterien aus dem Nasen-Rachen-Raum in das Mittelohr, enzünden sich die Tuben- und Mittelohr-Schleimhäute immer wieder. Selten finden wir angeborene Gaumen-Spalten oder Tumore als Auslöser.“

Bei Erwachsenen führen häufig chronische Entzündungen der Nasen- und Nebenhöhlen zur CMOM, die wiederum meist die Folge einer schiefen Nasenscheidewand sein können – der sogenannten Nasenseptum- Deviation. Mögliche weitere Ursachen können allergische Prozesse der oberen Luftwege sein. Zu den klinischen Leitsymptomen zählen Schwerhörigkeit und chronische bzw. intermittierende Sekretion des Ohres, Ohrenschmerzen sind bei CMOM untypisch. Bleibt die Entzündung auf die Schleimhaut des Mittelohres beschränkt, fließt in den sekretorischen Phasen ein meist gelblich-rahmiges oder schleimiges geruchsloses oder auch übelriechendes Sekret in den Gehörgang ab. Dadurch kann es dort auch zu Entzündungen kommen. Bei den Keimen handelt es sich meist um eine bakterielle Mischflora, häufig Pseudomonas aeruginosa, seltener Staphylococcus aureus beziehungsweise Proteus.

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