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Jeder kleine Unterschied zählt

Die diesjährige Sommerakademie in Pörtschach widmet sich dem Thema geschlechtsspezifische Medizin. Univ.-Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer im Gespräch über kleine und große Fortschritte in der Genderforschung. (Pharmaceutical Tribune 11/2018) 

Frau Prof. Kautzky-Willer, anlässlich Ihres für Pörtschach geplanten Updates zum Thema „Zehn Jahre Gendermedizin“ möchte ich Sie als Erstes fragen, wie Sie Gendermedizin definieren bzw. ob sich daran etwas für Sie im Lauf der Jahre verändert hat?

Prinzipiell geht es nach wie vor um die Erforschung der biologischen und psychosozialen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Männern und Frauen mit dem Ziel, dass jeder und jede die für ihn oder sie bestmögliche und differenzierte Gesundheitsförderung und Behandlung bekommt. Ein zunehmend wichtiger Aspekt in der Gendermedizin ist die Epigenetik, also inwiefern durch Umweltfaktoren die Genexpression beeinflusst wird und ob es dabei geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Ein konkretes Beispiel dazu: Wir haben an der Medizinischen Universität Wien die Daten aller 325.000 österreichischen Diabetespatienten, die zwischen 2006 und 2007 wegen Diabetes in Behandlung waren, analysiert. Wie zu erwarten, zeigte sich mit zunehmendem Alter eine höhere Diabetesprävalenz, generell sind mehr Männer betroffen, was ebenfalls internationale Studien zeigen. Das Spannende ist aber, dass wir bei der Auswertung gesehen haben, dass bei bestimmten Geburtsjahrgängen die Diabetesprävalenz deutlich höher war. Das sind genau jene Jahrgänge – 1918, 1938 und 1946 –, wo Hungersnot in Österreich herrschte.

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