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DFP Literaturstudium: Schmerzen: Chronifizierung verhindern

Chronische Schmerzen stellen sowohl für den individuellen Patienten als auch für Gesundheitssysteme eine starke Belastung dar. Das Risiko für eine solche Chronifizierung lässt sich durch präventive Maßnahmen wie eine rasche und effektive Therapie der Akutschmerzen, aber auch durch die Vermeidung von Überdiagnostik und unnötiger Invasivität senken. Experten fordern außerdem ein besseres ärztliches Bewusstsein für das Risiko der Schmerzchronifizierung und die Bedeutung psychosozialer Faktoren.

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DFP Punkte
1
Fortbildungs-ID
697822
Gültig bis
03.02.2023
Fortbildungsanbieter
Klinische Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerzmedizin, Universitätsklinikum AKH Wien

DFP Literaturstudium: Schmerzen: Chronifizierung verhindern

Einleitung

Schmerzen werden als chronisch bezeichnet, wenn sie länger als drei Monate andauern oder in diesem Zeitraum rezidivierend auftreten. Einer von fünf Menschen in Europa ist nach Schätzungen von chronischen Schmerzen betroffen. In Österreich ist von etwa 1,5 bis 1,8 Millionen Menschen mit chronischen oder rezidivierenden Schmerzen auszugehen, etwa 350.000 von ihnen leiden an einer schweren Schmerzerkrankung mit massiver Chronifizierung. Neben den Folgen für die Individuen sind auch die ökonomischen Folgen nicht zu unterschätzen: In Europa sollen zwischen drei und zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Gesundheits- und sozioökonomische Kosten chronischer Schmerzen ausgegeben werden, so ein Bericht auf Basis eines Treffens des internationalen ‚ChangePain Advisory Board‘ im Jahr 2016.1 Schmerzen sind zudem einer der häufigsten Gründe für den Besuch eines Allgemeinmediziners.

Die pathophysiologischen Bedingungen der Progression von akuten zu chronischen Schmerzen (Schmerzchronifizierung) sind noch nicht vollständig geklärt. Zu den möglicherweise involvierten biologischen Faktoren zählen neuroplastische Veränderungen und eine geänderte Schmerzmodulierung beziehungsweise Schmerzverarbeitung. Denkbar sind außerdem die periphere Sensibilisierung durch Entzündung und/oder Nervenverletzung sowie eine maladapative zentrale Neuroplastizität auf spinaler und höherer Ebene (möglicherweise ausgelöst durch Stress oder Opioide, insbesondere bei präoperativer Verabreichung). Bestätigt sind diese Hypothesen jedoch noch nicht.

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