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Es kribbelt in der Berghütte

Bettwanzen in Alpenhütten schaffen es immer wieder in die Schlagzeilen. Die Quälgeister reisen im Rucksack von Schlafplatz zu Schlafplatz. (Medical Tribune 40/18) 

Es ist nicht der Mensch, der am Ende der Nahrungskette steht – es sind seine Parasiten. Das sagt Prof. Dr. Thomas Herzinger vom Department of Medicine der Queen’s University in Kingston, Ontario. Für ihn führen die Bettwanzen die „Top Ten“ der Ektoparasiten des Menschen an. Das bekommen Wanderer, die in den Berghütten der Alpen übernachten, immer häufiger zu spüren. Dabei sind nicht fehlende Sauberkeit und Hygiene ausschlaggebend für einen Befall. Die Wanzen werden vielmehr eingeschleppt und durch die Wanderer und Bergsteiger unbemerkt weitertransportiert. Zudem sind die Unterkünfte durch ihre Bauweise mit einem hohen Holzanteil ein idealer Lebensraum für die Parasiten.

Neun Monate Fasten ist für Wanzen kein Problem

Bettwanzen können 40 Wochen ohne Mahlzeiten überstehen, erläutert Herzinger. Die Insekten stechen mehrfach hintereinander zu und hinterlassen dabei ein charakteristisches Muster von Stichen, meistens drei. „Sie werden von einer Mahlzeit nicht satt und nehmen Frühstück, Mittag- und Abendessen ein“, beschreibt der Dermatologe. Manchmal kann neben der Lokalreaktion am Stich selbst auch eine allergische Reaktion auf den Wanzenspeichel auftreten. „Bei Juckreiz am ganzen Körper müssen sie nicht davon ausgehen, dass überall Wanzen gestochen haben, sondern dass es eine systemische Reaktion ist“, sagt Herzinger. Die gute Nachricht: Bettwanzen (Cimex lectularius, auf der Südhalbkugel auch Cimex hemipterus) übertragen keine Krankheiten. Sie leben ektoparasitisch auf Vögeln und Säugetieren, von deren Blut sie sich ernähren. Zum Leidwesen ihrer Wirte treten sie gerne in Gruppen auf und locken einander dazu mit Pheromonen an. „Die toughesten sind die Weibchen“, findet Herzinger. Sie müssen eine „dramatische Penetration“ aushalten: Das Männchen sticht irgendwo in die Kutikula der Partnerin und injiziert dort sein Sperma. Die Spermien gelangen dann über das Lymphsystem in den Geschlechtstrakt des weiblichen Tieres. „Das geschieht sogar mehrfach während des Begattungsakts. Die Weibchen sind nachher richtiggehend durchlöchert“, erklärt der Experte.

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