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Nierenautotransplantation erspart Hämodialyse

TEAMWORK - Zwei Patientinnen, denen aufgrund eines Nierenkarzinoms bereits je eine Niere entfernt worden war, drohten Hämodialysen, da die verbliebenen Nieren ebenfalls befallen waren. Doch es gelang, diese zu entnehmen, von Krebszellen zu befreien und wieder einzusetzen. (Medical Tribune 1-3/18)

Prim. Univ.-Doz. Dr. Sebastian Roka (links) und Prim. Univ.-Doz. Dr. Eugen Plas
Prim. Univ.-Doz. Dr. Sebastian Roka (links) und Prim. Univ.-Doz. Dr. Eugen Plas

Zwei Krebspatientinnen in Wien sind erleichtert: Sie müssen nun doch nicht alle zwei Tage eine Hämodialyse über sich ergehen lassen. Beide Frauen teilten das gleiche Schicksal. Vor Jahren hatte ihnen aufgrund eines Nierenbeckenkarzinoms jeweils eine Niere entfernt werden müssen. Doch bei beiden wurden nach einiger Zeit ausgedehnte Rezidive im Nierenbecken festgestellt und es erschien notwendig, auch die zweite Niere zu entfernen. Doch zwei Primarärzte des Hanusch-Krankenhauses wollten versuchen, die Funktion der Organe zu erhalten. So schlug Univ.-Doz. Dr. Eugen Plas, Vorstand der Abteilung für Urologie, den Patientinnen eine laparoskopisch assistierte Nierenautotransplantation vor, die in Kooperation mit Univ.-Doz. Dr. Sebastian Roka, Vorstand der Abteilung für Chirurgie, durchgeführt werden sollte: Laparoskopisch werden die befallene Niere und der dazugehörige Harnleiter freipräpariert. Nach der Durchtrennung der Blutgefäße wird das Organ durch einen kleinen Schnitt im kleinen Becken entnommen und anschließend im Operationssaal mit Eis und Spüllösung auf 4 °C abgekühlt und von Blut gereinigt.

links: Die explantierte Niere wird auf Eis gelagert, in der Bildmitte ist der Tumor zu erkennen. rechts: Niere nach Entfernung des Tumors mit Darstellung der Verbindung zwischen Blase und Niere.
links: Die explantierte Niere wird auf Eis gelagert, in der Bildmitte ist der Tumor zu erkennen. rechts: Niere nach Entfernung des Tumors mit Darstellung der Verbindung zwischen Blase und Niere.

Auf einer „kalten Werkbank“ wird dann in mehrstündiger Arbeit das Tumorgewebe ex vivo von der Niere entfernt, was aufgrund der starken Durchblutung des Organs im Körper in der erforderlichen Radikalität gar nicht möglich wäre. Währenddessen bleibt der Patient vom Anästhesisten überwacht im Operationssaal. Im Anschluss bereiten die Urologen die Niere für die Retransplantation in den Körper vor. Als Nächstes setzen Gefäßchirurgen die Niere oberhalb des Darmbeins wieder in den Körper ein und schließen sie an die Blutgefäße des Beckens an. Abschließend werden die Nierenkelche mit der Harnblase verbunden, womit der natürliche Harnabfluss wieder gewährleistet ist. Beide Patientinnen erholten sich gut von dem Eingriff und erhielten danach Chemotherapien. Sie können heute ein weitgehend normales Leben führen. Mittlerweile wurde die laparoskopisch assistierte Nierenautotransplantation auch bei einer Patientin mit einem stark vernarbten Harnleiter erfolgreich angewandt.

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