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Primariat der Saison: Hohe Begegnungsqualität

Die komplexe Rekonstruktion von Fehlbildungen im Urogenitaltrakt oder eine Blasenschule gehören zum Angebot der Abteilung für Kinderurologie am Ordensklinikum Barmherzige Schwestern, Linz. Sie zählt auf ihrem Gebiet zu den führenden Einrichtungen in Europa. (CliniCum 6/18)

Eine Penisrekonstruktion (Phalloplastik) war 2017 der erste Eingriff dieser Art bei einem Adoleszenten mit traumatischem Genitalverlust in Österreich. Er zeigt exemplarisch den Umgang der Abteilung für Kinderurologie unter der Leitung von Prim. Univ.-Doz. Dr. Josef Oswald mit komplexen medizinischen Herausforderungen. „Zuvor gab es nur an einem spezialisierten urologischen Zentrum in Gent die Möglichkeit dieses Eingriffs, mit Wartezeiten von drei bis fünf Jahren“, berichtet Oswald. Um dem jungen Burschen nach traumatischem Penisverlust eine derart lange Wartezeit zu ersparen, führte Oswald gemeinsam mit dem plastischen Chirurgen Prim. Dr. Thomas Hintringer diese Operation in einer modifizierten Technik durch.

„Für die Penisrekonstruktion verwendeten wir eine Kombination aus Haut, Subkutan- und Muskelgewebe aus dem Oberschenkelbereich, die Harnröhre wurde aus Mundschleimhaut rekonstruiert“, schildert Oswald. Nach drei sequenziellen Operationen wird der junge Mann demnächst einen komplett funktionsfähigen Penis haben. Rund 2.000 Operationen im Bereich des Urogenitaltrakts nehmen Oswald, fünf Fach- sowie ein bis zwei Assistenzärzte jährlich vor: Es sind vor allem Rekonstruktionen nach Fehlbildungen des kindlichen Urogenitaltraktes wie der Blasenekstrophie, dem fehlenden Blasenverschluss bei Neugeborenen, Harnleiter- und Nierenanomalien oder bei angeborenen Fehlbildungen des Rückenmarks wie der neurogenen Blase. Bei Letzerem wird aus einem Stück Dünndarm das fehlende Blasengewebe erweitert oder komplett ersetzt. „Es geht jedoch nicht nur um die Rekonstruktion, sondern auch um das Herstellen der Kontinenz“, erklärt Oswald. Auf das Thema „Benchmarking“ angesprochen, meint der Abteilungsvorstand allerdings, dass ein Vergleich immer schwierig sei.

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