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Das vergessene halbe Herz

Dysfunktion des rechten Herzens tritt im Zusammenhang mit unterschiedlichen Grundkrankheiten – beispielsweise einer Linksherz-Insuffizienz – häufig auf und verschlechtert die Prognose. Spezifische Therapien gibt es nicht, doch ein konsequentes Management der Grundkrankheit hilft. (CliniCum 4/18) 

Eine rechtsventrikuläre Dysfunktion kann mannigfaltige Ursachen haben. PD Dr. Marc-Michael Zaruba nennt allen voran die Insuffizienz des linken Herzens, die auch auf den rechten Ventrikel wirkt. Daneben kommen unter anderem die pulmonale Hypertonie, Lungenerkrankungen, verschiedene Formen der Kardiomyopathie sowie Klappenerkrankungen oder Erkrankungen mit Rechtslinks- Shunt infrage. Klinisch macht sich die rechtsventrikuläre Dysfunktion zunächst durch ein Rückwärtsversagen bemerkbar, das sich in peripheren Ödemen, Aszites, Jugularvenenstauung, Stauungsleber, hepatojugulärem Reflux etc. äußert. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt noch ein Vorwärtsversagen mit gestörter Füllung des linken Ventrikels, Dyspnoe, Hypotonie, körperlicher Schwäche, Schwindel und Synkopen hinzu. Entscheidend für die pathophysiologischen Vorgänge bei Dysfunktion des rechten Herzens ist die hohe Abhängigkeit des rechten Ventrikels von der Nachlast.

Bereits bei einer geringfügigen Erhöhung des pulmonalarteriellen Mitteldrucks (also der Nachlast) wird der rechte Ventrikel in Mittleidenschaft gezogen. Der erhöhte Druck im rechten Ventrikel führt relativ schnell zu einer Dilatation und Schädigung des Myokards. Im Vergleich dazu kommt der linke Ventrikel mit einer Nachlasterhöhung (also einer arteriellen Hypertonie) länger und besser zurecht. Die Diagnostik der rechtsventrikulären Dysfunktion erfolgt primär mittels Echokardiographie. Dabei zu berücksichtigende Parameter sind Größe und Funktion des rechten Ventrikels und Vorhofs, der Zustand der Trikuspidalklappe, der Druckgradient über der Trikuspidalklappe als Parameter für den pulmonalarteriellen Druck, die TAPSE (tricuspid annular plane systolic excursion) sowie die TASV (tricuspid annular systolic velocity).

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