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Organtransplantationen: Konstant trotz sinkender Spenderzahlen

Verhältnismäßig ging in Österreich die Zahl der Organspender im Vergleich zum Vorjahr zurück, die Zahl der Organtransplantationen blieb jedoch gleich – das ist das Fazit des Transplant-Jahresberichts 2018 der Gesundheit Österreich GmbH. Weiterhin aber sterben Patienten auf den Wartelisten für Organe.

795 Organtransplantationen wurden 2018 in Österreich durchgeführt. Davon stammten 718 der insgesamt verpflanzten Organe von Verstorbenen, 77 von Lebendspendern. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit die Anzahl der Transplantationen mit Organen Verstorbener nahezu gleich geblieben (2017: 717); die Transplantationen unter Beteiligung von Lebendspendern stieg sogar leicht an (2017: 72).

Steigerung der Transplantationen durch stärkere Vernetzung

„Insgesamt ein gutes Jahr,“ so das Resümé von Michael Zink (Transplantationsreferent für die Region Süd; Steiermark/Kärnten; Anm.) und Reinhold Függer, Vorsitzender der Austrotransplant-Organisation, in ihrem Vorwort zu dem Report – mit einem Wermutstropfen: „Die für uns als Benchmark so wichtige Organspenderrate pro Million Einwohnerinnen/Einwohner sank von 23,5 auf 22,9.“ Dass die Zahl der Transplantationen dennoch leicht gesteigert werden konnte liegt laut Zink und Függer an einer stärkeren Vernetzung der Zentren.

Zusätzlich halten die Experten fest, dass nach wie vor Bedarf an zusätzlichen Organen vorhanden ist: Derzeit sterben neun Prozent der Patienten auf der Warteliste für eine Leber vor der rettenden Transplantation. Ähnliche Zahlen gibt es auch für Herz und Lunge, etwas niedrigere bei Pankreas und Niere. Die Wartezeit bis zur Identifizierung eines geeigneten Spenderorgans ist von Organ zu Organ verschieden. Während man auf eine Niere im Mittel 38,1 Monate wartet, liegen die Wartezeiten bei Herz (im Mittel 3,5 Monate), Lunge (im Mittel 4,2 Monate) und Leber (im Mittel 1,7 Monate) unter einem Jahr, diese medianen Wartezeiten sind bei Herz und Lunge geringfügig gestiegen, bei Leber und Niere gegenüber dem Vorjahr geringfügig verkürzt.

Vorreiter AKH Wien

Von den 795 im vergangenen Jahr in Österreich durchgeführten Organtransplantationen entfielen 355 auf das Wiener AKH/MedUni Wien, 244 auf die Universitätsklinik Innsbruck, 138 auf die Universitätsklinik Graz und 58 auf Linz (ausschließlich Nierentransplantationen). Bei den Herztransplantationen gab es beispielsweise vier in Graz, 18 in Innsbruck und 43 in Wien. Die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) hat im Frühjahr dieses Jahres das Herz-Transplantationsprogramm nach einem bekannt gewordenen tödlichen Zwischenfall im Jahr 2016 vorübergehend gestoppt.

Österreich im europäischen Spitzenfeld

International nimmt Österreich bei den durchgeführten Organtransplantationen einen der Spitzenränge ein: Zum aktuellsten möglichen Datenvergleich im Jahre 2017 kam Österreich auf eine Quote von 90 Transplantationen pro Million Einwohner und landete in einem Vergleich von 23 europäischen Staaten inklusive der Türkei an vierter Stelle. In Spanien waren es 2017 113,3 derartiger Eingriffe pro Million Einwohner. Dann folgten Belgien (94,5) und Frankreich (94 solcher Eingriffe pro Million Einwohner). In Deutschland lag die Quote zum Beispiel nur bei 41 Transplantationen pro Million Einwohner. Dort gibt es eine heftige Debatte, ob man nicht auch in Deutschland eine "Widerspruchslösung" wie in Österreich für die Organspende einführen sollte: Im akuten Todesfall eines Menschen können Organe entnommen werden, außer der Betroffene hat sich damit beim "Widerspruchsregister" mit dem Wunsch einer Ausnahme eingetragen oder einen ähnlichen Schritt gesetzt.

Mit Ende vergangenen Jahres warteten in Österreich von 826 Patienten auf den Transplantations-Wartelisten 597 auf eine Niere, 60 auf ein Spenderherz, 87 auf eine Leber, 72 auf eine Lunge und zehn auf eine Bauchspeicheldrüse. Zusätzlich wurden Im Jahr 2018 insgesamt rund 71.100 Stammzellspenderinnen und -spender im österreichischen Stammzellregister erfasst. Durch die internationale Vernetzung mit anderen Registern stehen derzeit weltweit rund 33,5 Millionen Stammzellspenderinnen und -spender zur Verfügung. Für rund 80 Prozent aller Patienten in Österreich kann ein Fremdspender gefunden werden.

Weiterführende Links:

Transplant-Jahresbericht der Gesundheit Österreich GmbH

Quelle

APA/red

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