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Den Durchblick bewahren

GLAUKOM - Auch eine vaskuläre Dysregulation und oxidativer Stress können ein Glaukom hervorrufen. Dann ist eine umfassende Therapie gefragt. (Medical Tribune 39/17)

Ist beim Glaukom der Sehnerv bereits geschädigt, können die dadurch resultierenden Gesichtsfeldausfälle nicht mehr behoben werden. In der Funduskopie erkennt man dann eine Aushöhlung der Papille.
Ist beim Glaukom der Sehnerv bereits geschädigt, können die dadurch resultierenden Gesichtsfeldausfälle nicht mehr behoben werden. In der Funduskopie erkennt man dann eine Aushöhlung der Papille.

Klinisch imponiert das Glaukom als schleichend progrediente, von einer Papillenexkavation begleitete Papillenatrophie. Dies führt zu Gesichtsfeldausfällen, schreiben Dr. Katarzyna Konieczka und Prof. em. Dr. Josef Flammer von der Augenklinik des Universitätsspitals Basel. Im Mittelpunkt der Erkrankung steht die glaukomatöse Optikusneuropathie mit einem Verlust von retinalen und neuronalen Ganglienzellen sowie einem Gewebeumbau, der in die krankheitsspezifische Papillenexkavation mündet. Pathogenetisch beruht diese Exkavation vor allem auf einem zunehmenden Strukturverlust der Astrozyten. Dies führt zunächst zu einem eingeschränkten Sauerstofftransport von den Blutgefäßen zu den Axonen des Sehnervs. Schließlich gehen die Astrozyten nach einer Phase der Aktivierung durch den hypoxiebedingten oxidativen Stress vollständig zugrunde, erklären die Autoren.

Trotz normalen Drucks kann der Optikus Schaden nehmen

Wichtigster Risikofaktor für die glaukomatöse Optikusneuropathie ist in den westlichen Ländern die okulare Hypertonie. Sie entsteht meist bei älteren Patienten als primäres Offenwinkelglaukom aufgrund eines langsam degenerierenden Trabekelwerks und eines sich dadurch erhöhenden Abflusswiderstandes. Die Risikofaktoren sind dieselben wie für Arteriosklerose. Weitere Ursachen für einen Druckanstieg sind u.a. ein enger und teilweise verschlossener Kammerwinkel (Engwinkelglaukom) oder ein durch Blut oder entzündliches Material verstopftes Trabekelwerk bei noch offenem Kammerwinkel (sekundäres Glaukom). Prinzipiell kann eine glaukomatöse Optikusneuropathie allerdings bei jedem Augendruck auftreten – mehr als 90 Prozent der Glaukompatienten in Japan und Korea haben einen normalen Augendruck.

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