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Arzneimittelprofil Obinutuzumab Update

Michael Steurer, Daniel Heintel

Abstract

Obinutuzumab ist ein monoklonaler Typ-2-Anti-CD20-Antikörper, der sich vom bereits seit Längerem etablierten Antikörper Rituximab durch die modifizierte Fc Domäne („Glycoengineering“) und die Art der Bindung an das Zielprotein unterscheidet.

Die Wirksamkeit von Obinutuzumab bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) wurde in einer offenen, randomisierten Phase-III-Studie (CLL-11) nachgewiesen, in der nicht vorbehandelte ältere CLL-Patienten mit klinisch relevanten Begleiterkrankungen mit Chlorambucil alleine oder in Kombination
mit Obinutuzumab oder Rituximab behandelt wurden. Obinutuzumab plus Chlorambucil führte verglichen mit Rituximab plus Chlorambucil zu einer Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (29,2 vs. 15,4 Monate, p<0,001; primärer Endpunkt) und zu einem verbesserten Ansprechen (Gesamtansprechrate 78,4 vs. 65,1%, p<0,001). Auch die Anzahl kompletter Remissionen (20,7 vs. 7,0%, p<0,001) und das Erreichen einer MRD-Negativität (37,7 vs. 3,3% im peripheren Blut bzw. 19,5 vs. 2,6% im Knochenmark, p<0,001) waren mit dem neuen monoklonalen Antikörper signifikant häufiger als mit Rituximab.

Die offene randomisierte Phase-III-Studie GADOLIN belegt die Wirksamkeit von Obinutuzumab in Kombination mit Bendamustin bei Patienten mit Rituximab-refraktärem, indolentem Non-Hodgkin-Lymphom (iNHL). Bei Patienten mit follikulärem Lymphom (FL) verbesserte die Kombinationstherapie im Vergleich zur Bendamustin-Monotherapie das von einem unabhängigen Prüfkomitee beurteilte PFS (p<0,0001). Das mediane PFS wurde unter der Kombinationstherapie nicht erreicht und betrug 13,8 Monate unter Bendamustin alleine. Das von den Prüfärzten beurteilte PFS war unter Obinutuzumab plus Bendamustin mehr als doppelt so lang wie im Kontrollarm (29,2 vs. 13,7 Monate; p<0,0001). Im Kombinationsarm war das Sterberisiko um 38% reduziert (p=0,04). Fast doppelt so viele Patienten erreichten eine MRD-Negativität (82 vs. 43%, p<0,0001). Zudem konnte bei Patienten, die Obinutuzumab plus Bendamustin erhielten, die Lebensqualität länger aufrechterhalten werden (5,6 vs. 7,8 Monate).

Zu den Nebenwirkungen von Obinutuzumab zählen vor alleminfusionsbedingte Reaktionen bei der Erstapplikation, die aber durch prophylaktische Maßnahmen weitgehend beherrschbar sind, sowie Neutropenien, Infektionen, Thrombozytopenien und das Tumorlyse-Syndrom. Diese Nebenwirkungen konnten sowohl bei Patienten mit CLL als auch bei Patienten mit FL beobachtet werden.

Obinutuzumab ist seit 2014 in Kombination mit Chlorambucil zur Erstlinien-Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht vorbehandelter CLL, die aufgrund von Begleiterkrankungen eine volldosierte Fludarabin-basierte Therapie nicht tolerieren, zugelassen und seit Juni 2016 in Kombination mit Bendamustin, gefolgt von einer Obinutuzumab-Erhaltungstherapie, für Rituximab-refraktäre FL-Patienten.

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