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ArzneimittelPROFIL Amisulprid April 2010

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Amisulprid ist ein atypisches Antipsychotikum aus dem Bereich der Benzamide. Es weist in niedriger Dosis eine hohe Affinität und Selektivität am Dopamin-D2- und -D3-Rezeptor auf – dies vor allem präsynaptisch an den Autorezeptoren des mesokortikalen Systems, was zu einer Steigerung der dopaminergen Neurotransmission führt. In höheren Dosen findet sich eine postsynaptische D2- bzw. D3-Rezeptorokkupanz des mesolimbischen Systems, was die Dopaminausschüttung reduziert. Dieses duale pharmakologische Profil könnte die Wirksamkeit bei Positiv- sowie Negativsymptomatik der Schizophrenie und das deutlich geringere Auftreten von extrapyramidalmotorischen Störungen (EPMS) im Vergleich mit Antipsychotika der ersten Generation erklären. Das Interaktionspotenzial ist generell gering.
Amisulprid ist nachweislich von hoher Wirksamkeit in der Behandlung akuter Exazerbationen bei Schizophrenie mit vornehmlicher Positivsymptomatik. Hier zeigt es sich in einem Dosierungsbereich bis zu 1.200mg pro Tag im Vergleich zu Antipsychotika der ersten Generation wie Haloperidol und Flupentixol, aber auch im Vergleich zu Antipsychotika der zweiten Generation wie Risperidon und Olanzapin ebenbürtig wirksam, wobei hinsichtlich der Negativsymptome – vor allem im Vergleich zu den Antipsychotika der ersten Generation – eine höhere Wirksamkeit feststellbar ist. Amisulprid ist bei der Erstmanifestation schizophrener Erkrankungen wirksam. Darüber hinaus ist Amisulprid auch in der Langzeitbehandlung von Patienten mit chronischen schizophrenen Psychosen wirksam – es liegen Erfahrungen aus klinischen Studien mit einer Dauer von bis zu zwölf Monaten vor. Hier konnte die Wirksamkeit in der Erstbehandlung, vor allem im Vergleich zu Antipsychotika der zweiten Generation, nachgewiesen werden.
In Metaanalysen liegt Amisulprid gleichauf mit Clozapin, Olanzapin und Ziprasidon. In der Behandlung der chronischen Schizophrenie findet sich in Standarddosen bis 1.200mg/Tag eine hervorragende Wirksamkeit im Vergleich zu Haloperidol, Risperidon, Olanzapin, Ziprasidon und Plazebo. Eine besondere Herausforderung sind die therapieresistenten Fälle, wo die Kombinationstherapie, vor allem mit Komplementärsubstanzen wie Clozapin oder Olanzapin, sinnvoll und nachweislich wirksam ist.

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