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Safe Delivery-App für die Geburtshilfe

Eine mobile Applikation (App) vermittelt medizinischem Personal Wissen und Fertigkeiten für die Versorgung Gebärender und neugeborener Kinder. Auch wenn die perinatale Mortalität durch diese Technologie in einer in Äthiopien durchgeführten, randomisierten Studie nicht signifikant reduziert werden konnte, vermittelt das Tool geburtshilfliche Kenntnisse, die vor allem in den Ländern des globalen Südens hilfreich sind.

Screenshot "Save Delivery"-App
Die "Save Delivery"-App der dänischen Maternity Foundation unterstützt medizinisches Personal bei der
Geburtshilfe. Die App basiert unter anderem auf animierten Videos, in denen das für geburtshilfliche
Notsituationen erforderliche Wissen vermittelt wird.

 

Weltweit sterben jährlich mehr als 300.000 Frauen aufgrund von Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt – die meisten von ihnen in den Ländern des globalen Südens. Für mehr als fünf Millionen Kinder bedeuten ihre Geburt bzw. ihre ersten Lebenswochen zugleich das Lebensende. Die dänische Maternity Foundation versucht gemäß dem Motto "Keine Frau darf sterben, wenn sie Leben schenkt", die Mortalität von Müttern und deren neugeborenen Kindern in Ländern mit geringem bzw. mittlerem Einkommen zu minimieren.

mHealth Trainings- und Instruktions-Tool für die Geburtshilfe

Um in der Betreuung schwangerer Frauen tätige Personen zu schulen, stellt die Organisation mit der "Save Delivery"-App (SDA) eine mobile Applikation zur Verfügung, die Wissen über geburtshilfliche Komplikationen vermittelt und gleichzeitig als Trainings-Methode dient. In fünf- bis siebenminütigen, animierten Videos, die in Sequenzen abgespielt werden können, vermittelt die App in der Geburtshilfe tätigem, medizinischem Personal die Grundlagen der Versorgung von Frauen im dritten Trimester bzw. bei der Geburt und danach. So wird etwa die Reanimation Neugeborener trainiert.

Studie evaluiert Nutzen der Safe Delivery-App

Eine Gruppe dänischer Forscherinnen und Forscher evaluierte nun die Auswirkungen der App auf das perinatale Überleben von Kindern und das Wissen sowie die Kenntnisse in Bezug auf die Reanimation Neugeborener in fünf ländlichen Gebieten in Äthiopien.

In die randomisierte Studie wurden zwischen September 2013 und Februar 2015 insgesamt 3.601 Gebärende in 73 medizinischen Einrichtungen eingeschlossen. Sieben Tage postpartum wurde die Mortalitätsrate der Neugeborenen erhoben. Das Wissen und die Kenntnisse über neonatale Reanimation von 176 Angehörigen von Gesundheitsberufen wurden an der Grundlinie sowie sechs bzw. zwölf Monate nach der Intervention erfasst. Das medizinische Personal der Interventionsgruppe erhielt Smartphones mit dem SDA-Trainings-Tool für geburtshilfliche Notfälle und Neonatologie.

Das primäre Outcome war der perinatale Tod, die sekundären Outcomes schlossen das Wissen und das klinische Management neonataler Reanimation vor der Intervention sowie nach sechs und zwölf Monaten ein. Der Vergleich der Resulatete der Interventionsgruppe mit jenen der Kontrollgruppe ergab, dass 14 von 1.000 Neonaten aus der App-Gruppe und 24 von 1.000 Neonaten der Kontrollgruppe innerhalb von sieben Tagen postpartum verstorben waren. Die perinatale Mortalität war somit in der Interventionsgruppe lediglich nicht signifikant geringer als in der Kontrollgruppe.

Das Wissen über geburtshilfliche Notsituationen war in der Interventionsgruppe allerdings erheblich weitreichender als in der Gruppe des Medizinpersonals, das nicht durch die App geschult worden war.

Grafik: http://maternity.dkGrafik: http://maternity.dk

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Stine Lund, Ida Marie Boas, Tariku Bedesa, Wondewossen Fekede, Henriette Svarre Nielsen, Bjarke Lund Sørensen
Association Between the Safe Delivery App and Quality of Care and Perinatal Survival in Ethiopia. A Randomized Clinical Trial
JAMA Pediatrics, Published online June 20, 2016. doi:10.1001/jamapediatrics.2016.0687

Quelle: JAMA Pediatrics

 

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