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So wird man Parasiten im Bauch los

GASTROENTEROLOGIE - Leber und Darm sind die Lieblingsorte von Echinokokken, Giardien und Leberegeln. Experten erklären, wie man die unerwünschten Mitbewohner entlarvt und wieder loswird. (Medical Tribune 05/18) 

Der Hundebandwurm bekommt Nachwuchs. Die Tochterzysten sind gut in eine dicke Membran eingepackt.
Der Hundebandwurm bekommt Nachwuchs. Die Tochterzysten sind gut in eine dicke Membran eingepackt.

Zysten des Hundebandwurms (zystische Echinokokkose) finden sich zu 50–70 % in der Leber. Sie wachsen nicht invasiv und streuen nicht. Man muss jedoch bei allen Interventionen darauf achten, dass keine Verschleppung stattfindet, betonte Prof. Dr. Martin Angele, Universitätsklinikum Großhadern, München, am Viszeralmedizin-Kongress in Dresden.

In späten Stadien heißt es: beobachten und abwarten

Die Parasitose läuft in Phasen ab, die sich sonographisch voneinander abgrenzen lassen und für die Wahl der Therapie entscheidend sind (s. unten). Vor einer operativen Therapie muss die bildgebende Diagnostik mit CT oder MRT ergänzt werden. Außerdem sollten extraabdominale Manifestationen ausgeschlossen werden. Die Therapie erfolgt entweder operativ (Stadium 2), durch Punktion (Stadien 1 und 3 und inoperable Patienten) oder kann sich auf „watch and wait“ (Stadien 4 und 5) beschränken. Chirurgische Varianten umfassen die anatomische Leberresektion, die Perizystektomie (Entfernung der Zyste mit Wirtskapsel) und die offene Zystektomie (ohne Wirtskapsel). Bei der offenen Zystektomie werden nach Absaugen des Zysteninhalts mehrfach intraoperativ protoskolizide Substanzen eingebracht und wieder abgesaugt, bevor die Zyste abgetragen wird. Kommt man bei diesem Eingriff mit dem biliären System in Kontakt, kann sich eine sklerosierende Cholangitis entwickeln. Alle Operationen können offen oder laparoskopisch durchgeführt werden und haben eine Rezidivrate von 2–25 %. Eine weitere Option stellt das PAIR-Verfahren (Punktion, Aspiration, Injektion, Reaspiration) dar. Hierbei wird die Zyste Ultraschall- oder CT-gesteuert perkutan punktiert, der Zysteninhalt aspiriert. Dann werden protoskolizide Substanzen eingebracht und wieder abgesaugt. Flankiert werden müssen alle operativen Strategien durch eine Systemtherapie mit Albendazol oder Mebendazol.

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