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Wo Reisende vor Wespen sicher sind

Auf Reisen begegnet man den Insekten auch dort, wo man es vielleicht nicht erwarten würde. (Medical Tribune 27-28/18)

Die Sommerzeit sorgt bei Insektengiftallergikern für Stress.

Wer auf Wespen oder Bienen allergisch reagiert, kommt vielleicht mit dem Gedanken, dorthin zu reisen, wo die Stichgefahr geringer ist. Doch da wird es eng: „Weitgehend bienenund wespenfreie Domizile sind polare Regionen, Hochlagen ausgedehnter Gebirgsregionen und wasserarme bzw. -freie Zonen“, berichtet Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Hemmer vom Floridsdorfer Allergiezentrum. Wem solche Destinationen zu unattraktiv erscheinen, kann eine Reise auf auf einem Kreuzfahrtschiff buchen, wo man nur in Küstennähe auf der Hut sein muss.

Wespen auf dem Vormarsch

Klimaveränderung und Globalisierung führen dazu, dass sich die Artenverteilung von Tieren verändert. So wirken sich Veränderungen im Gemüseanbau auf Vorkommen und Häufigkeit der Insekten aus. Außerdem werden zunehmend Arten aus tropischen Gebieten in Mitteleuropa gesichtet. Heimische Wespenarten wie die „Gemeine Wespe“ (Vespula vulgaris) und die „Deutsche Wespe“ (Vespula germanica) sind nicht mehr nur auf die Nordhalbkugel beschränkt, sondern wurden bereits in mehrere Länder der Südhalbkugel eingeschleppt. So sind sie heute auch in Australien, Neuseeland, Südafrika und Argentinien zu finden. Unterschiedliche Hornissenarten konnten in den letzten Jahren ihr Einzugsgebiet entscheidend erweitern, was in Bezug auf Kreuzallergien auf Wespengift von Belang ist. Den Kontakt mit Honigbienen kann man auf Reisen kaum zuverlässig vermeiden. Immerhin ist innerhalb Europas das Stichrisiko überall etwa gleich, denn hiesige Imker achten darauf, dass „sanftmütige“ Bienenrassen gezüchtet werden. Anders in Süd- und Mittelamerika sowie im Süden der USA: Dort treibt die afrikanisierte Honigbiene alias Killerbiene ihr Unwesen. „In den subtropischen und tropischen Gebieten leben zudem vermehrt Wildbienen in Wäldern, Felsspalten oder Baumhöhlen. Damit besteht eine erhöhte Gefahr, bei Wanderungen plötzlich auf ein wildes Bienennest zu treffen“, klärt Hemmer auf.

Immuntherapie

Prof. Dr. Gunter Sturm, Leiter des Allergieambulatoriums Reumannplatz, wies in diesem Zusammenhang auf die allergenspezifische Immuntherapie hin, die bei Bienengiftallergie eine Erfolgsrate von über 85 Prozent aufweist und bei der Wespengiftallergie bei fast 100 Prozent liegt. Die Aufdosierungsphase kann entweder ambulant oder stationär als Schnell-Schema durchgeführt werden. Die WHO empfiehlt die Behandlung ausdrücklich auch für Kinder ab fünf Jahren, wie Sturm berichtet. „Die neuen europaweit gültigen Leitlinien empfehlen die Therapie nun sogar auch für Allergiker mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und blutdrucksenkender Behandlung.“ Bisher waren die Einnahme von Betablockern und ACE-Hemmern Kontraindikationen.

Neues Zentrum in Linz

Die Kliniken für Lungenheilkunde, Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kinder- und Jugendheilkunde sowie Dermatologie des Kepler Universitätsklinikums haben sich zu einem Allergie-Zentrum zusammengeschlossen. Es ist Anfragen und Termine von Montag bis Freitag von acht bis zwölf Uhr unter der Telefonnummer 05/7680 83–4115 möglich.

Pressekonferenz der Initiative Insektengift.
www.initiative-insektengift.at

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