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„Psychiatrie gehört zu moderner Medizin“

Die Psychiatrie hat eine rasante Entwicklung hingelegt, allein die Psychiater fehlen. Warum es mehr davon braucht und eine integrative Sichtweise aller nötig ist, erklärt Prim. Dr. Christa Radoš, Präsidentin der ÖGPP. Außerdem: Ein neues Fortbildungsformat steht vor der Tür. (Medical Tribune 26/18) 

Frau Präsidentin, als Schwerpunkt für das Interview haben Sie die Psychosomatik vorgeschlagen, warum?

Prim. Dr. Christa Radoš, FÄ für Neurologie & FÄ für Psychiatrie, LKH Villach, ist Präsidentin der Österr. Gesellschaft f. Psychiatrie, Psychotherapie & Psychosomatik.

Radoš: Mit diesem Begriff sind sehr viele Unschärfen und Missverständnisse verbunden, innerhalb und außerhalb der Medizin. Die Psychosomatik als integrative Sichtweise, die somatische, psychische und soziale Perspektiven berücksichtigt, sollte die ärztliche Haltung generell bestimmen. Diese Haltung soll bereits im Studium vermittelt werden, weil die Trennung von Soma und Psyche eine sehr künstliche ist. Jeder somatische Mediziner sollte also auch die Psyche mitberücksichtigen und wir Psychiaterinnen und Psychiater die Körper unserer Patienten – das ist moderne Medizin. Bei vielen somatischen Krankheiten ist es mittlerweile gut belegt, dass negative Affekte wie Hoffnungslosigkeit, Ärger oder Traurigkeit die Prognose und die Adhärenz beeinflussen. Zum Beispiel ist es prognostisch entscheidend, eine Depression bei Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall adäquat zu diagnostizieren und zu behandeln. Die Psychiatrie bietet dazu bewährte Modelle wie Konsiliar- und Liaisondienste.

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