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„Cannabinoide als effektives Beiwerk“

Dr. Martin Pinsger konnte in seinem Schmerzkompetenzzentrum in Bad Vöslau schon über 1.000 Schmerzpatienten mit Cannabinoiden behandeln. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen. (Medical Tribune 26/18)

Wann machten Sie Ihre ersten Erfahrungen mit Cannabinoiden in der Schmerzmedizin?

Pinsger: Meine ersten Gehversuche diesbezüglich datieren auf das Jahr 2001 zurück. Auf dem damaligen Deutschen Schmerzkongress in Berlin hatte ich die Gelegenheit, Prof. Dr. Walter Zieglgänsberger, Leiter der Klinischen Neuropharmakologie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie München, kennenzulernen. Nach seinem Workshop über Cannabinoide und deren Bedeutung im Schmerz war mir klar, dass nach den Opiaten nun die Cannabinoide das wissenschaftliche Geschehen über kurz oder lang prägen werden. Seine Versuchsreihen konnten zeigen, dass durch die Gabe von Cannabinoiden der Stress bei Versuchstieren, die sich einer schmerzhaften Ultraschallquelle näherten, reduziert war und dass auch die Nahrungsaufnahme einwandfrei gelang. Hatten die Versuchstiere keine künstlich beigefügten Cannabinoide, mieden sie die Ultraschallquelle und kamen nicht mehr zur Nahrung. Sie erlitten Stress, Schmerz und Gewichtsabnahme. Die Arbeitsgruppe um Prof. Zieglgänsberger konnte damit zeigen, dass Vermeidung nicht direkt ein Problem von Schmerz, sondern vielmehr von Angst war. Auch die damit verbundenen Hirnregionen konnten ausgemacht werden. Vor allem Amygdalae, Hippocampus und Striatum sind reich an CB1-Rezeptoren. Die Amygdalae stehen für Flucht und Todstellen, Hippocampus fürs Vergessen und das Striatum für die Motorik.

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