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ELGA-Daten: Ein Denkanstoß

Eine Mutter bringt ihr Kind mit Halsschmerzen und Fieber zum Kassenarzt. Ein Streptokokken-Schnelltest ist positiv. Bevor der Arzt Penicillin verschreibt, fragt er nach Allergien – die nach mündlicher Auskunft nicht vorliegen. Die Mutter erhält ein Rezept und den Auftrag, sich zu melden, wenn sich die Situation verschlimmert. Drei Stunden später, die Mutter hat das Rezept eingelöst, ist sie wieder da: Das Kind hat einen Ausschlag nach der Einnahme von Penicillin entwickelt. Aus Sicherheitsgründen wechselt der Arzt das Antibiotikum, das ebenfalls in der Apotheke abgeholt werden konnte.

Wem gehören die Daten?

Da ist eine Menge an Informationen und Daten – doch wem gehören die? Grundsätzlich: Alle gehören dem Patienten. Doch ist das so einfach? Die Mutter hat sich an einen Kassenarzt gewandt – das setzt voraus, dass es diesen gibt. Warum gibt es den? Weil ein Bedarf besteht. Aber wie wird der Bedarf festgestellt? Der Arzt hat einen Schnelltest gemacht. Dazu muss der auch vorhanden sein. Doch woher weiß der Arzt, wie viele er davon wann braucht? Die Apotheke hat innerhalb von wenigen Stunden zwei verschiedene Antibiotika anbieten müssen; woher weiß die, was und wie viel sie einlagern muss? Will man ein suffizientes öffentliches Versorgungssystem, kommt man um Planung nicht herum, und die baut auf Daten auf.

Daten beantworten Fragen

Es gibt Daten, über die niemand außerhalb einer Arzt-Patienten-Beziehung Bescheid wissen darf: konkrete Behandlungsdaten. Doch aus anonymisierten Behandlungsdaten können Fragen beantwortet werden, die der Planung dienen: Wie viele Patienten mit Streptokokken-Angina kommen zum Hausarzt? Wie viele haben eine unbekannte Penicillin-Allergie? Etc. Diese Daten, Versorgungsdaten genannt, orientieren sich nicht am einzelnen Patienten, sondern daran, möglichst vielen zur richtigen Zeit und an der richtigen Stelle die richtige Leistung anbieten zu können: Sie dienen der sinnvollen Gesundheitsplanung. Ohne sie entstehen Ineffizienzen, die bei steigenden Kosten zur Mangelwirtschaft führen. Darüber sollte man nachdenken, wenn über ELGA gesprochen wird.

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