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Gefährliche Missverständnisse

BISSPRÄVENTION - Hunde besser zu verstehen heißt, Kinder vor schweren Bissverletzungen zu bewahren. (Medical Tribune 51-52/17) 

Niedlich? Wohl kaum! Der Hund zeigt deutliche Zeichen von Stress.
Niedlich? Wohl kaum! Der Hund zeigt deutliche Zeichen von Stress.

Auf den ersten Blick sind es unglaublich niedliche Bilder, die gerade zu den Feiertagen tausendfach in den sozialen Netzwerken geteilt werden: Kinder, die den Familienhund umarmen und dafür von ihrem vierbeinigen Freund herzhaft abgeschleckt werden. Doch während den meisten Facebook- und Instagram-Usern bei dem Anblick warm ums Herz wird, läuft es Experten eher kalt den Rücken hinunter. Und das hat nicht primär hygienische Gründe. Denn was für das ungeschulte Auge nach trauter Eintracht zwischen Mensch und Tier aussieht, ist dem Hund oft gar nicht angenehm. Der versucht seinem Unbehagen im Rahmen seiner Möglichkeiten durch Körperhaltung und Mimik Ausdruck zu verleihen. Werden diese Signale übersehen oder missinterpretiert, greift der Vierbeiner früher oder später zu drastischeren Mitteln und setzt seine Zähne ein. Dem Kind drohen dabei potenziell schwere Bissverletzungen im Kopfbereich, dem Hund eine Zukunft im Tierheim oder Schlimmeres.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, hat das Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Verein „Tierschutz macht Schule“ die Broschüre „Kind und Hund, aber sicher“ herausgegeben. Auf 20 Seiten werden die wichtigsten Grundlagen für ein harmonisches Zusammenleben vermittelt. Besonders wichtig ist, die sogenannten „Beschwichtigungssignale“ richtig zu deuten. So drückt herzhaftes Gähnen nicht unbedingt Entspannung aus, sondern deutet als Übersprungshandlung auf Überforderung hin. Schleckt sich ein Hund über die Schnauze, zeigt das ebenfalls innere Unruhe an. Ähnliches gilt für das Abwenden des Blickes. Schwanzwedeln ist nicht pauschal ein Zeichen von Freude. Es drückt nur Aufregung aus – und die kann positiver oder negativer Art sein. Erwachsene Hunde brauchen zwischen 12 und 16 Stunden Schlaf pro Tag, Welpen noch mehr. Alte oder kranke Tiere sind besonders ruhebedürftig. Rückzugsmöglichkeiten müssen den Tieren immer zur Verfügung stehen. Weicht ein Hund in einen anderen Raum oder unter ein Möbelstück aus, ist es ein absolutes No-Go, das Tier mit Streicheleinheiten zwangszubeglücken.

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