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Wenn das Immunsystem bei Diabetes Amok läuft

Foto: BilderBox.comAutoimmunologische Komorbiditäten sind beim Typ-1-Diabetes häufig. Was gilt es zu beachten?  (Medical Tribune 21/2017)

Fast jeder dritte Typ-1-Diabetiker leidet unter zumindest einer weiteren Autoimmunerkrankung. In diesem Patientenkollektiv nach der Schrotschuss-Methode blindlings draufloszuscreenen ist allerdings keine gute Idee und kann zu falsch positiven Befunden führen. OA Dr. Michael Resl, Abteilung für Innere Medizin, Barmherzige Brüder Linz, mahnt daher zur Vorsicht: „Nur, weil Antikörper da sind, heißt das nicht automatisch, dass die Erkrankung auch tatsächlich vorliegt.“ Wenn sich bei einem Patienten trotz fehlender klinischer Symptomatik Antikörper finden, gehe das allerdings sehr wohl mit einem erhöhten Risiko für eine Manifestation der entsprechenden Autoimmunerkrankung einher.

Als wichtigste autoimmunologische Komorbiditäten nennt Resl mit absteigender Prävalenz: Autoimmunthyreoiditis (15–30 %), Autoimmungastritis (5–10 %), Vitiligo (4–10 %), Zöliakie (4–9 %), Morbus Addison (< 1 %), autoimmune polyglanduläre ­Syndrome (sehr selten). Laut ÖDG-Leitlinie gilt es, Typ-1-Diabetiker bei der Erstdia­gnose auf Zöliakie zu screenen. „Man darf sich aber nicht auf ein negatives Antikörper-Screening verlassen“, so Resl, denn bei Diabetes Typ 1 können die Immunglobuline der Klasse A erniedrigt sein und damit kann eine Bestimmung der Tissue-Transglutaminase-Antikörper falsch negativ ausfallen.

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