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Selten, aber nicht zu vergessen: Morbus Still

Gelenksschmerzen, Fieber und Hautausschlag sind die zentralen Symptome eines Morbus Still. Dieser ist die seltene systemische Variante der juvenilen idiopathischen Arthritis, kann in noch selteneren Fällen auch bei Erwachsenen auftreten und mitunter sogar tödlich enden. (Medical Tribune 20/2017)

Mitunter sind Fieberschübe mit Temperaturen bis zu 40 Grad das erste Symptom des Still-Syndroms.
Mitunter sind Fieberschübe mit Temperaturen bis zu 40 Grad das erste Symptom des Still-Syndroms.

Im Jahr 1971 wurde eine Fall-Serie von 14 erwachsenen Patienten, die unter der Kombination von Fieber, Poly­arthritis und erhöhter Blutsenkungsgeschwindigkeit litten, publiziert. Den Autor erinnerte die Symptomatik an den Morbus Still, eine systemische Form der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) und er nannte die Erkrankung „Morbus Still des Erwachsenen“.1 Der Morbus Still ist generell selten. Auch bei Kindern tritt die JIA speziell in Europa häufiger als Oligoarthritis mit weniger ausgeprägten extraartikularen Symptomen auf. Bei Erwachsenen wird die Inzidenz mit 0,4 pro 100.000 Personen angegeben.2 Der in den letzten Jahren beobachtete Anstieg der Prävalenz wird vor allem auf verbesserte diagnostische Möglichkeiten zurückgeführt.

„Der adulte Still ist selten, aber er kommt vor. Das heißt, man muss bei der Diagnostik unklarer Rheumafälle auch an einen Still denken“, sagt Univ.-Prof. DDr. Manfred Herold von der Innsbrucker Universitätsklinik für Innere Medizin II und verweist auf das österreichische Biologika-Register BioReg, in dem gegenwärtig auch zehn bis 15 Patienten mit adultem Morbus Still geführt werden. Genauere Angaben sind nicht möglich, da es in dieser Indikation keine Biologika-Zulassungen gibt und der Still folglich in der Rubrik „sonstige entzündlich-rheumatische Erkrankungen“ firmiert. Charakteristisch für den Morbus Still ist die Trias aus hohem intermittierenden Fieber, einem lachsfarbenen Exanthem im Bereich des Stammes oder an den Extremitäten sowie Arthralgien oder Arthritiden.

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