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Dr. Stelzl: Schönes neues Gemüse

Heute bin ich am Bauernladen im Bezirk vorbeigegangen. Auf einer Tafel steht dort mit Kreide geschrieben: Tomaten, Paprika, Salat. „IN ERDE GEWACHSEN!“ In Großbuchstaben und mit Rufzeichen. Ja und? Denke ich mir und gehe weiter. Erst einige Zeit später dämmert mir, dass es ganz und gar nicht mehr selbstverständlich ist, dass unser Grünzeug in der Erde wächst. Unsere Supermärkte sind voll von leuchtend roten Tomaten mit makelloser und glänzender Schale, die noch nie ein Stückchen Erde gesehen haben.

Direkt aus dem Reagenzglas in die Nährlösung und von dort in den Transport-LKW, und über Lager und noch mehr Zwischenlager geht’s dann bis auf den Teller der hoffnungsvollen Konsumenten, die sich dann ein Stückchen Natur, gefüllt mit Vitaminen, von dieser wunderschönen roten Tomate erhoffen. „Sonnengereift“ steht dann auch meistens auf der Packung, man sieht glückliche Bauern in Strohhüten und spielende Kinder. Dass die Dinger außer Laboratorien und künstlicher Belichtung nie etwas anderes gesehen haben, schlägt sich gewaltig auf den Geschmack – welcher nämlich schlicht und einfach nicht vorhanden ist. Dafür sind sie alle so schön gleichförmig und gleich groß, eine Augenweide.

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