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Streicheleinheiten und Wahrheitswatschen

Im Spanischen gibt es den Ausdruck „una mentira piadosa“, was so viel bedeutet wie: eine gutartige, barmherzige und menschenfreundliche Lüge. Als Beispiel ein Auszug aus der morgendlichen Konversation im heimischen Badezimmer. Ich: „Heut hab ich echt wieder Tränensäcke wie Oberinspektor Derrick.“ Der Beste aller Ehemänner: „Quatsch, du bist wunderhübsch.“ Abends, wieder im Badezimmer, z.B. nach einem Abend auf der Couch statt am Stepper: „Ich seh aus wie ein Walross.“ „Nein, Schatz, du hast eine tolle Figur!“ Also, diese liebevollen und beruhigenden klitzekleinen – nennen wir es – „Auslegungen und Verzerrungen der objektiven Wirklichkeit“ sind gemeint.

A wie Aufklärungspflicht

Und sie tun so gut, diese barmherzigen Lügen. Man fühlt sich gleich besser und zufriedener. Wie gerne würde ich im Berufs­leben auch damit arbeiten. Nicht immer und nicht in jedem Fall, aber dort, wo die Persönlichkeit meines Gegenübers eher ein paar Streicheleinheiten als die harte ungeschminkte Wahrheitswatschen brauchen würde. „Alles wird gut“, würde ich oft gerne sagen und nichts weiter erklären und niemanden aufklären bis ins kleinste Detail und über jedes noch so seltene Risiko. Es gibt Menschen, die wollen es wissen und die können auch mit allen Arten von grauslichen Informationen wunderbar umgehen. Aber es gibt auch viele, die nicht Wissen und Informationen benötigen würden, sondern Sicherheit und Geborgenheit.

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