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Dr. Stelzl: Das Jahr der Zwangsneurose

Am Ende jedes Arbeitstages hocke ich mich noch mal zum Computer und kontrolliere die Tagesliste. Erstens ist es spannend zu sehen, wie viele Patienten tatsächlich in meiner Behandlung waren. Manchmal denke ich mir, das war so ein angenehmer, ruhiger und netter Arbeitstag, und dann waren es doch achtzig oder mehr Leute, und ich staune über unsere Effizienz und unsere guten Nerven. Und manchmal waren es gefühlte zweihundert, und dabei waren eigentlich nur fünfzig dagewesen. Und wieder staune ich über unser Nervenkostüm. Diesmal über die fragile Zartheit desselben.

Zweitens muss ich die Tagesliste durchgehen, da ich oft vergesse, während der Ordinationszeit eine Leistung einzutragen. Und es tut dann halt weh, wenn man die Vorsorgeuntersuchung gemacht hat, und an der Nichthonorierung ist nicht die Krankenkasse schuld, sondern die eigene Schlamperei. Also besser noch mal nachsehen. Auch meine Mitarbeiter überlegen gelegentlich, wie es zugegangen sein könnte, dass sie dem Patienten zwar die E-Card abgenommen hatten, diese aber offensichtlich nie den Weg ins Kartenlesegerät gefunden hat.

K wie Kontrollwahn

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