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Dr. Stelzl: Der Hausarzt – recht und billig

„Darum soll sich der Hausarzt kümmern“ ist für mich der „Unspruch“ des Tages (eigentlich der letzten Jahre). Er besagt nämlich, dass alles, was zäh, langwierig, unangenehm, fad oder unbezahlte Liebesmüh ist, zum Hausarzt ausgelagert wird. Das gilt für Terminvereinbarungen und Organisation von Gehhilfen genauso wie für vorsichtige Gespräche mit bösartigen Angehörigen. Es gilt für Papierkram genauso wie für OP-Aufklärungen oder die Mitteilung von katastrophalen Befunden und noch schlechteren Prognosen. Manchmal habe ich den Eindruck, der Hausarzt ist für alles zuständig, was man weder der Sekretärin noch dem Pflegepersonal noch dem Turnusarzt zumuten will.

Ü wie Überlastung

Das Gebot der Stunde heißt: Krankenhäuser entlasten. Krankenhäuser sind teuer und in Krankenhäusern arbeitet Personal, das endlich mal ein Arbeitszeitgesetz bekommen hat. Personal, das überlastet ist und am Zahnfleisch dahinkriecht. Klarer Fall, Krankenhäuser entlasten muss sein. Da die Kollegen dort auch im Papierkram ersticken und da Betten abgebaut und Häuser geschlossen wurden, und das bei steigendem Bedarf an medizinischer Leistung, muss jetzt irgendjemand anderer all die angefallene Arbeit erledigen. Da bietet sich der niedergelassene Bereich geradezu an dafür. Wir, die wir in unseren Ordinationen ja alle nix zu tun haben, chronisch unterbelastet sind und Däumchen drehen, bekommen endlich noch mehr Arbeit. Darauf haben wir schließlich alle gewartet!

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