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134 Masernfälle im ersten Halbjahr

Das Gesundheitsministerium stellte in seinem „Kurzbericht Masern“ fest: Die angestrebte Durchimpfungsrate von 95 Prozent mit zwei MMR-Vakzine-Dosen wurde nicht erreicht.

Ein wichtiger Schritt in der Elimination der Masern, zu der sich Österreich auch gegenüber der WHO verpflichtet hat, ist das Erreichen einer 95-prozentigen Durchimpfungsrate mit zwei MMR-Vakzine-Dosen. Im jetzt erschienenen „Kurzbericht Masern“, in dem die Ergebnisse für das Jahr 2018 berichtet wurden, hielt man jetzt fest, dass dieses Ziel nicht erreicht wurde. Mit verheerenden Folgen: Bis zum 10. Juli 2019 in Österreich 134 Erkrankungen aufgetreten waren - zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2018 wurden insgesamt 77 Masernfälle verzeichnet.

Ein Sechstel der Erkrankungen bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens

Im bisherigen Jahr gab es die meisten Masern-Erkrankungen in der Steiermark (38), in Wien (31), in Kärnten (25) und in Salzburg (17). Die absoluten Zahlen sagen klarerweise jedoch über die relative Häufigkeit nichts aus: Kärnten hat nur rund 560.000 Einwohner, Wien hingegen rund 1,9 Millionen. Rund ein Sechstel der Erkrankungen betrafen Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Seit Jahren tobt eine Debatte, ob man nicht zumindest für das Gesundheitspersonal die MMR-Impfung verpflichtend machen sollte. 2018 wurden in der WHO-Region Europa insgesamt mehr als 80.000 Erkrankungen gemeldet. Es gab 72 Todesfälle.

Vergangene Impfempfehlungen Grund für Impflücken

Die 95-prozentige Durchimpfungsrate ermöglicht die für eine Masern-Elimination notwendige Herden-Immunität. Derzeit werden zwei Dosen Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (MMR) ab dem vollendeten neunten Lebensmonat (= im zehnten Lebensmonat) empfohlen. Fehlende Impfungen können und sollen in jedem Alter nachgeholt werden. Österreich hat kaum Fortschritte gemacht. „Die Durchimpfungsraten für das Jahr 2018 unterscheiden sich fast nicht von den Durchimpfungsraten des Jahres 2017, so dass das Ziel einer 95-prozentigen Durchimpfungsrate mit zwei Impfdosen noch immer nicht erreicht wurde“, stellte das Gesundheitsministerium fest. Bei den Zwei- bis Fünfjährigen erreiche man die 95 Prozent zumindest bei der ersten Impfdosis. Bei der zweiten Impfung liege die Durchimpfungsrate jedoch bei ungefähr 82 Prozent, hieß es im Bericht. Das bedeutet, dass 47.000 Kinder in dieser Altersgruppe eine zweite MMR-Impfung erhalten sollten. In der Altersgruppe der Sechs- bis Neunjährigen liegen die Durchimpfungsraten für die erste Dosis ebenfalls bei 95 Prozent, für die zweite Dosis allerdings nur bei 89 Prozent. Rund 27.000 Kinder in dieser Altersgruppe sind daher nicht geimpft.

In der Gruppe der Zehn- bis 18-Jährigen wurde eine gute Durchimpfung festgestellt, mit der zweiten Impfdosis wurde das Ziel einer 95-prozentigen Durchimpfungsrate knapp erreicht. Hingegen liegt bei den 19- bis 30-Jährigen nur eine komplette Durchimpfungsrate von knapp 70 Prozent vor. Erst seit 1997 wird die zweite Impfdosis bei MMR empfohlen. Rund 350.000 haben aufgrund dieser ehemaligen Vorgangsweise keinen ausreichenden Impfschutz.

Auffälligkeiten gibt es auch bei einzelnen Jahrgängen, speziell bei den Jahrgängen 2010 und 2014: Bei den Achtjährigen sind fast zehn Prozent der Kinder komplett ungeimpft, und bei den Vierjährigen acht Prozent. Ein weiterer Einbruch der Durchimpfungsraten findet sich bei Personen, die in der Mitte bis Ende der 1990er-Jahre geboren wurden. „Durch eine Umstellung der Impfempfehlung hinsichtlich Masern vom Volksschul- auf das Kleinkindalter blieben damals etwa acht Prozent der Personen ungeimpft“, hieß es im Kurzbericht. Entgegen den Empfehlungen des österreichischen Impfplans werden nur rund 80 Prozent der Kinder mit der ersten MMR-Dosis und nur 44 Prozent der Kinder mit der zweiten Dosis innerhalb der ersten zwei Lebensjahre immunisiert.

Quelle

APAMED vom 15.07.2019

Der Kurzbericht Masern kann hier heruntergeladen werden.

APA/RED

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