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PANDORA-Score errechnet Lebenserwartung

Wiener Forscher entwickelten mit dem PANDORA-Score ein Prognoseinstrument für die Lebenserwartung von Krankenhauspatienten innerhalb der kommenden 30 Tage.

nutritionDay World

Der im Open Access-Journal PloS One präsentierte Pandora-Score (Patient-And Nutrition-Derived Outcome Risk Assessment), der von Forschern am Wiener AKH und der Medizinischen Universität Wien entwickelt wurde, prognostiziert die Lebenserwartung von Krankenhauspatienten in den folgenden 30 Tagen. Bei dem laut Angaben der Wissenschaftler weltweit ersten derartigen Score handelt es um die erste konkrete Umsetzung aus dem Projekt "nutritionDay worldwide", das von Forschern am Wiener AKH und der Medizinischen Universität Wien vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde.

In dem Projekt verschrieben sich die Forscher der Aufgabe, weltweit eine Karte zu erstellen, in der die Häufigkeit von Mangelernährung, der Ernährungszustand von Patienten und die ernährungsrelevanten Versorgungsstrukturen in Krankenhäusern und Pflegeheimen ersichtlich sind. Für die Entwicklung des Pandora-Score wurden mehr als 43.000 Patienten-Daten aus 2.480 medizinischen Einrichtungen in 59 Ländern herangezogen und diese mit weiteren 13.000 Patienten-Befragungen validiert.

Zur Erstellung des Score werden von den Patienten einfach verfügbare Daten wie Alter, Größe und Gewicht abgefragt und deren persönliche Einschätzung ihrer Mobilität, ihres Essverhaltens und ihres Allgemeinzustands erhoben. Mit einem gewichteten Punktesystems lässt sich aus diesen Angaben ein genereller Risikoscore erstellen, der im Spital zur Qualitätssicherung, für Studien und für Zwecke der Evaluation herangezogen werden kann. Zudem lassen sich auch Indizien für eine möglicherweise noch nicht erkannte Hintergrunderkrankung oder andere Problemstellungen erhalten. Bei Patienten aus Intensivstationen wird der Score nicht angewandt.

Der Leiter des Projekt, Michael Hiesmayr von der klinischen Abteilung für Herz-Thorax-Gefäßchirurgische Anästhesie und Intensivmedizin, kann sich vorstellen, auch einen Online-Risikorechner zu entwickeln, den versierte Betroffene selbst ausfüllen können. Hiesmayr zufolge könnten die Resultate künftig auch in die Patientenakten einfließen.

Mit Erkrankung assoziierter Gewichtsverlust im Krankenhaus erhöht Mortalität

Obwohl 5 bis 40 Prozent der hospitalisierten Patienten mangelernährt sind, werde deren Ernährungszustand wenig beachtet, kritisieren die Forscher. Die seit Jahren am nutritionDay, einer weltweiten Aktion gegen Mangelernährung, erhobenen Daten zeigen, dass ein mit der Krankheit assoziierter Gewichtsverlust im Krankenhaus die Mortalität erhöht.

Die Mitbegründerin des Projekts, Karin Schindler von der Klinik für Innere Medizin III an der Medizinischen Universität Wien erklärte in einer Aussendung der Universität, dass bereits in etlichen Stationen Routinen auf Basis dieser Zahlen angepasst werden. Man erfasse die Ernährungsrisiken bereits bei der Aufnahme, überwache die verzehrte Menge an Nahrungsmitteln und de Ernährungszustand der Patienten. Am Ende des stationären Aufenthalt werde ein Therapieplan erstellt und in den Entlassungsbrief integriert.

Michael Hiesmayr, Sophie Frantal, Karin Schindler, Michael Themessl-Huber, Mohamed Mouhieddine, Christian Schuh, Elisabeth Pernicka, Stéphane Schneider, Pierre Singer, Olle Ljunqvist, Claude Pichard, Alessandro Laviano, Sigrid Kosak, Peter Bauer
The Patient- And Nutrition-Derived Outcome Risk Assessment score (PANDORA): development of a simple predictive risk score for 30-day in-hospital mortality based on demographics, clinical observation, and nutrition
PloS One, published 22 May 2015, doi:10.1371/journal.pone.0127316

Quelle: APA, Medizinischen Universität Wien

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