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Typ-1-Diabetes: früh auf die Herzgesundheit achten

Eine schwedische Studie zeigt ein stark erhöhtes kardiovaskuläres Risiko von Patienten, bei denen bereits in der frühen Kindheit Typ-1-Diabetes auftritt. Besonders Frauen sind davon betroffen – sie sterben bis zu 18 Jahre früher.

Typ-1-Diabetes (T1D) ist die zweithäufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Die Mortalität von Typ-1-Diabetikern ist dabei nach wie vor höher als in der Normalbevölkerung: Im Alter von 20 Jahren kann ein Typ-1-Diabetiker mit einem Verlust von zwölf Jahren Lebenserwartung rechnen. Schuld an der erhöhten Morbidität und Mortalität sind dabei meist kardiovaskuläre Erkrankungen.

Je jünger bei Diagnose, desto höher das kardiovaskuläre Risiko

In der aktuellen Ausgabe von The Lancet erschien nun eine schwedische Registerstudie, die das Alter bei Diagnosestellung des T1D mit Mortalität und kardiovaskulären Ereignisraten verglich. Insgesamt werteten die Studienautoren Daten von mehr als 27.000 Typ-1-Diabetikern und 135.000 nichtdiabetischen Kontrollen aus. Die Teilnehmer wurden entsprechend ihres Diagnosealters in fünf Gruppen unterteilt: Die jüngsten Teilnehmer waren bei Diagnose 0–10 Jahre, die ältesten 26–30 Jahre alt.

Alle untersuchten kardiovaskulären Ereignisse waren dabei in der früh diagnostizierten Gruppe häufiger: So wiesen zwischen 0–10 Jahren diagnostizierte Patienten ein 30-fach erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Koronarerkrankung auf, während das Risiko in der Gruppe der zwischen 26–30 Diagnostizierten nur 6-fach erhöht war. Auch die kardiovaskuläre Mortalitätsrate war unter den diabetischen Patienten, die zwischen 0–10 Jahren diagnostiziert worden waren, am höchsten (HR 7,38), bei Patienten mit Diagnose zwischen 26–30 Jahren am geringsten (HR 3,64).

Im Vergleich zu Nicht-Diabetikerinnen büßten Frauen durchschnittlich 17,7 Lebensjahre ein, wenn ein T1D vor dem Alter von 10 Jahren auftrat – Frauen, die zwischen 26 und 30 diagnostiziert wurden verloren hingegen nur durchschnittlich 10,1 Jahre an Lebenserwartung. Bei den Männern waren es 14,2 Lebensjahre in der Gruppe von 0–10 Jahren und 9,4 Lebensjahre in der Gruppe von 26–30 Jahren.

Bei Jungen auf korrekte Vorsorge achten

Das Alter bei Entwicklung des T1D ist also entscheidend für kardiovaskuläre Gesundheit und Lebenserwartung von Patienten. Frauen trugen in der Studie ein besonders hohes Risiko. Die Autoren empfehlen, bei Menschen mit früh auftretendem T1D ab einem Alter von 40 oder bei Hinweisen für mikrovaskuläre Komplikationen auf Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker zu achten.

Quelle

Rawshani A et al., Excess mortality and cardiovascular disease in young adults with type 1 diabetes in relation to age at onset: a nationwide, register-based cohort study. The Lancet 2018, 392(10146);477-86

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